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  Bischöfin Junkermann: DDR-Mitläufer nicht in Schubladen sperren

Wittenberg (epd). Bischöfin Ilse Junkermann hat ihre Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zu einer differenzierten Aufarbeitung der Geschichte der DDR und der Staatssicherheit aufgerufen. Schritte zur Versöhnung mit Menschen, die andere einst bespitzelt und verraten haben, sei eine Aufgabe, "die noch mehr vor als hinter uns liegt", sagte Junkermann am Mittwoch vor der Landessynode in Wittenberg. Die Theologin hielt dort nach ihrer Amtseinführung Ende August erstmals den traditionellen Bischofsbericht.

Auch wenn viele in der Kirche während und unter der DDR-Zeit gelitten hätten und sich berechtigt als Opfer verstünden, sollten Menschen, die dem Regime nahe standen, "nicht in Schubladen" gesperrt werden, betonte Junkermann zum Auftakt der viertägigen Beratungen der Synode im Wittenberger Luther-Hotel. Mit Menschen in Schubladen lasse sich "nicht reden und nicht Gesellschaft bauen".

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland war Anfang dieses Jahres aus der Vereinigung der Thüringer Landeskirche und der Kirchenprovinz Sachsen entstanden. Sie hat anch eigenen Angaben rund 900.000 Mitglieder in über 3.000 Kirchengemeinden und 38 Kirchenkreisen.





 
 

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