Am Sonntag wird in zahlreichen Städten und Gemeinden zum Volkstrauertag der Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus gedacht. Die zentrale Gedenkfeier findet im Bundestag in Berlin statt. Die Gedenkrede hält Bundespräsident Horst Köhler. Zuvor werden Vertreter der Politik in der Neuen Wache in Berlin Kränze niederlegen. Die Gedenkstunde im Bundestag wird in der ARD ab 16 Uhr live übertragen.Der Volkstrauertag findet stets zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag statt. Die Veranstaltungen an diesem Tag sollen zu Versöhnung und Völkerverständigung beitragen und zu Toleranz und Frieden aufrufen.
Der nationale Gedenktag wurde in der Bundesrepublik 1952 auf Anregung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wieder eingeführt. Der Verband lädt an diesem Tag zu Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen an Mahnmalen, Gedächtnisstätten und auf Friedhöfen ein.
Die Ursprünge des Volkstrauertags reichen bis ins Jahr 1922 zurück, als im Reichstag der Weimarer Republik die erste offizielle Feierstunde stattfand. Damals veranstaltete der Volksbund eine Gedenkfeier, um das Gedenken an die Millionen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges zu wahren. Die Nationalsozialisten widmeten den Volkstrauertag nach der Machtübernahme 1933 in einen "Heldengedenktag" um, der bis 1945 jährlich im März stattfand.