Die Präsidentenwahl im Sudan ist erneut um zwei Monate verschoben worden. Grund ist ein Streit über die Volkszählung, wie der britische Sender BBC am Mittwoch berichtete. Der Urnengang soll nun im April 2010 stattfinden. Er gilt als erste demokratische Wahl im Sudan seit zwei Jahrzehnten. Der Termin war wegen Verzögerungen bei der Volkszählung schon einmal verlegt worden. Sie ist ein wichtiger Schritt, um die Zahl der Wahlberechtigten zu bestimmen.Staatschef Omar Hassan al-Baschir hatte bereits angekündigt, sich trotz des gegen ihn verhängten Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs wegen Verbrechen in Darfur zur Wiederwahl zu stellen. Der Chef der früheren südsudanesischen Rebellen (SPLM), Salva Kiir, der zugleich Vize-Präsident des Sudans ist, will sich ebenfalls bewerben.
Laut dem Friedensabkommen für den Südsudan hätte die Wahl spätestens Ende 2009 stattfinden sollen. Mit dem Vertrag hatten das Baschir-Regime und die südsudanesischen Rebellen im Februar 2005 den zwei Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieg beendet. Der Süden erhielt Autonomie-Rechte. Al-Baschir hatte sich 1989 an die Macht geputscht.
Laut BBC fechten die früheren Rebellen die Volkszählung an, weil der Anteil der Südsudanesen an der Gesamtbevölkerung mit deutlich weniger als dem vermuteten Drittel ausgewiesen wird. Nach dem Friedensabkommen soll 2011 eine Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit des Südsudans stattfinden. Der Norden des afrikanischen Landes ist islamisch-arabisch geprägt, während im Süden vorwiegend Christen und Anhänger afrikanischer Religionen leben.