Zur Erinnerung an Opfer der NS-Zeit erhalten erstmals auch Städte in Tschechien und Polen sogenannte "Stolpersteine". Die Gedenkplaketten sollen vom 9. bis 12. Oktober in Prag und im nahgelegenen Kolin sowie im polnischen Wroclaw (Breslau) verlegt werden, sagte der Kölner Künstler und Initiator Gunter Demnig am Montag dem epd in Dresden. Im kommenden Jahr sei zudem die erste Stolpersteinverlegung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew geplant.
Die "Stolpersteine" werden zumeist vor den früheren Wohnhäusern von NS-Opfern in den Boden eingelassen. Auf ihnen sind zehn mal zehn Zentimeter große Messingplatten mit Namen, Lebensdaten und einer kurzen Angabe zum Schicksal der Umgekommenen angebracht. Meistens erinnern die Gedenksteine an Juden. Ein Teil ist aber auch Behinderten, Homosexuellen, Sinti und Roma oder politischen Gegnern der Nazis gewidmet. Bundesweit wurden bislang über 15.000 Gedenksteine verlegt. Auch Städte in Österreich, Ungarn und den Niederlanden beteiligen sich an dem Projekt. (11765/15.9.2008)