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  Diakonie-Präsident bedauert Misshandlungsfälle in Erziehungsheimen

Berlin/Hannover (epd). Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik hat Fälle schwerer Misshandlung in kirchlichen Erziehungsheimen in der Nachkriegszeit bedauert. Es tue ihm "unendlich leid", dass Kinder ihre Zeit im Heim als Leidenszeit erlebt hätten, sagte Kottnik am Montagabend in Berlin. Die Diakonie der hannoverschen Landeskirche will Fälle von Misshandlung in evangelischen Erziehungsheimen so weit wie möglich aufklären.

"Jeder Fall ist ein Fall zu viel", sagte Diakonie-Direktor Manfred Schwetje in Hannover vor Journalisten. Er räumte ein, dass es Übergriffe gegeben habe und diese zumindest in einigen Heimen keine Ausnahme bildeten. "Daneben gibt es allerdings auch ehemalige Heimkinder, die ihre Zeit im Heim als fürsorglich und geborgen erlebt haben", sagte Schwetje. Für ein Gesamturteil sei es noch zu früh.

Der mit der historischen Erforschung der Vorfälle beauftragte Diakonie-Mitarbeiter Hans Bauer hatte in Interviews berichtet, dass es in Erziehungsheimen der hannoverschen Landeskirche in den 50er und 60er Jahren zu schweren Misshandlungen bis hin zu sexuellem Missbrauch gekommen sei. Unter anderem habe es körperliche Gewalt wie Stockschläge gegeben, sagte Bauer. Nach Recherchen des Hörfunk-Senders NDR 1 Niedersachsen waren bundesweit eine halbe Million Kinder von Gewalt in kirchlichen Heimen betroffen. (11776/15.9.2008)



 
 

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