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  Weiter Konflikt zwischen EKD und Islam-Verbänden

Köln (epd). Der Konflikt zwischen der evangelischen Kirche und den muslimischen Verbänden hält weiter an. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, forderte am Donnerstag auf dem evangelischen Kirchentag in Köln Religionsfreiheit in islamischen Ländern. Bekir Alboga von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) warf seinerseits der EKD vor, sie trage nicht genügend zum Abbau von Spannungen bei.

Auch am Freitag spielte das Thema Islam eine wichtige Rolle im Kirchentags-Programm. Am Nachmittag wurde Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu einer Diskussion über Religionspolitik in Deutschland und Ägypten erwartet. Mittags fanden mehrere muslimische Freitagsgebete mit Predigt in deutscher Sprache statt, zu denen im Kirchentagsprogramm offiziell eingeladen wurde.

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Ayyub Axel Köhler, kritisierte am Donnerstag, die Muslime hätten sich mehr Verständnis für ihre Situation von den Protestanten erhofft. Toleranz sei keine "gönnerhafte Gewährung und Duldung".

Bischof Huber wies den Vorwurf zurück, die evangelische Kirche setze Dialog und Mission gleich. Er bekräftigte die Forderung nach Religionsfreiheit in islamischen Ländern. Religionsfreiheit müsse für alle und an allen Orten gelten, "für Muslime in Deutschland wie für Christen in der Türkei".

Die Freiheit zur Religion sei ebenso wichtig wie die Freiheit von der Religion, sagte der Bischof. Muslime müssten das Recht des Religionswechsels akzeptieren. Noch immer gebe es in Deutschland ehemalige Muslime, die sich wegen Sorge vor Repressalien nicht trauten, ihren Übertritt zum Christentum zu bekennen.

Kontrovers wurde auch über die evangelische Handreichung "Klarheit und gute Nachbarschaft" zum Verhältnis von Christen und Muslimen debattiert. Sie hatte für erhebliche Verstimmung im christlich-islamischen Gespräch gesorgt. Der Text spreche eine Sprache der Abgrenzung und der eigenen Profilierung und verstärke die Islamophobie in Deutschland, kritisierte Köhler. In dieser Form könne die Handreichung von muslimischer Seite nicht akzeptiert werden. (06661/8.6.2007)



 
 

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