Die Verbraucherorganisation "foodwatch" hat einen besseren Schutz vor Lebensmittelskandalen gefordert. Dazu sei es nötig, der "fatalen Vermischung" von Agrar- und Verbraucherpolitik in einem Ministerium ein Ende zu setzen, sagte Geschäftsführer Thilo Bode am Mittwoch in Berlin. Landwirte und Verbraucher hätten unterschiedliche Interessen.
Zudem müssten die Verbraucherrechte durch strengere Haftungsregeln für Lebensmittelbetriebe gestärkt werden, hieß es. Die Rechte der Bürger sollten wenigstens auf das Niveau des Umweltschutzes angehoben werden. "Es kann nicht sein, dass Robben besser geschützt sind als Verbraucher", unterstrich Bode.
Darüber hinaus sprach sich "foodwatch" für eine Streichung der Agrarsubventionen aus. Die Lebensmittelkontrolle, die bisher in den Händen der Länder liege, müsse künftig in den Verantwortungsbereich des Bundes fallen. Mit der Einführung von Qualitätssiegeln für konventionell hergestellte Lebensmittel hofft Bode auf eine "Ökologisierung der Landwirtschaft".
Den großen Parteien warf Bode vor, so zu tun, "als habe es die BSE-Krise nie gegeben". Keine Partei fordere die Anwendung des so genannten Verursacherprinzips in der Landwirtschaft, wonach die Verantwortlichen von Lebensmittelskandalen auch dafür haften müssten. Auch vermisse er in den Wahlprogrammen ein überzeugendes Konzept für den europäischen Agrarmarkt. Unter dem Strich "lassen die politischen Parteien die Verbraucher beim Thema Ernährung im Stich", heißt es in einer Analyse der Wahlprogramme durch "foodwatch". (09421/24.8.2005)