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  Afghanistan: Ärzteorganisation verteidigt Käßmann

Berlin (epd). Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW hat die Äußerungen der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, zum Afghanistan-Krieg verteidigt. "Nicht das Votum von Frau Käßmann gegen diesen Krieg, sondern das Votum der Politiker für dessen Fortsetzung gegen den Willen der Volksmehrheit ist unmoralisch", erklärte der Gründer der Organisation, Horst-Eberhard Richter, am Mittwoch in Berlin.

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung spreche sich seit Jahren bei allen Umfragen eindeutig gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan aus, betonte der renommierte Psychoanalytiker aus Gießen. Krieg schaffe keinen Frieden.

IPPNW begrüße deshalb die "Aufforderung an die Politik, die Logik des Krieges zu durchbrechen". Die deutsche Beteiligung an den Afghanistan-Einsätzen im Rahmen des ISAF-Mandates und an der "Operation Enduring Freedom" sollte "schnellstmöglich" beendet werden.

Die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Ärzteorganisation kritisierte zugleich das "eklatante Missverhältnis" zwischen den Kosten für den Bundeswehreinsatz und den Ausgaben für die zivile Aufbauhilfe. Die Bundesregierung plant nach Angaben der Organisation für 2010 Ausgaben für den Militäreinsatz am Hindukusch von über 784 Millionen Euro. Für Stabilisierung und Entwicklung sollen 144 Millionen Euro zur Verfügung stehen.





 
 

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