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Was glauben? Muslimisches von "Panorama" bis Illner im ZDF


epd      Manche reden von "Hysterie", die meisten sind froh, dass die Sachen endlich auf den Tisch kommen, denn Wahrheit belebt den Kopf. Dinge beim Namen nennen, die jahrelang tabuisiert waren. Und wer gegen das Dogma "Respekt vor..." verstieß, wurde als..., naja, lassen wir das, man will ja nicht nachtragend sein.

Eine Gesellschaft muss wissen, was sich an ihren Rändern tut, egal, ob es sich um Neonazis oder Islamisten handelt. "Diese Diskussion wäre vor einem Jahr noch nicht möglich gewesen", sagte Frank Plasberg am Ende von "Hart aber fair" im WDR, die Sendung hieß "Guter Moslem - böser Moslem". Musste erst ein Holländer ermordet werden? "Wir sind aus der Schläfrigkeit erwacht", sagte Jörg Schönbohm in der Sendung, noch nicht lange her, dass er als Rechtsaußen verunglimpft wurde.

Aber lassen wir auch das, denn es geht voran. Eine Gesellschaft muss z.B. wissen, dass türkische Islamlehrer an bayerischen Schulen, wie "Panorama" enthüllte, die Verhaltensfibel "Erlaubtes und Verwehrtes" dabei haben, in der es heißt, dass die "körperliche Züchtigung" von Frauen "zugelassen" sei, verboten sei es nur, sie "ins Gesicht" zu schlagen. Die Gesellschaft sollte dann aber auch von "Panorama" erfahren, dass das Schlagen von Frauen laut Koran, Sure 4,34, erlaubt ist. Aber Geduld, man kann ja nicht alles in zwei Wochen nachholen.

Die Fibel stammt von der türkischen Religionsbehörde "Diyanet", womit wir bei "Ditib" wären, der "Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion" in Köln. Und bei der Schwierigkeit von Journalisten, zu erkennen, was wahr ist und was nicht. Bzw. zu erkennen, wer ein Islamist ist und nur so tut, als ob er ein Reformer sei. Wie Tariq Ramadan, den der ARD-"Kulturweltspiegel" Sonntag vorstellte. Ramadan, der Smarte, Gebildete, Held der französischen Banlieues, den manche für gefährlicher als die Bombenleger halten. Als "Weltwoche"-Reporter Ramadan neulich direkt auf den Zahn fühlen wollten, hat dieser das Gespräch völlig untypisch, weil aggressiv abgebrochen. Warum wohl?

Was ist wahr, was nicht? Ditib also. Nicht wenige Journalisten dürften den Namen vor drei Wochen zum ersten Mal gehört haben, Ditib, Veranstalter der Kölner Muslimdemo. Und schon fangen die Probleme an: Was ist wahr, was nicht - und eine endlose Recherche beginnt. Und die Erkenntnis, dass sich hier eine Religion etabliert hat, in der es ein besonderes arabisches Wort für "Verstellung" gibt: "Takiyya". Wenn es der Sache des Islam in der Diaspora dient.

Ditib-Generalsekretär Mehmet Yildirim in "Panorama": "Ditib ist eine demokratische, eine Zivilorganisation, hat mit der türkischen Regierung nichts zu tun, wir bekommen keine Weisungen." Auch gegenüber der FAZ betonte er: "Wir gehören nicht zum Reli-gionsministerium."

Katajun Amirpur, Islamwissenschaftlerin, am Tag davor bei "Hart aber fair": "Ditib untersteht dem Religionsministerium in Ankara, nicht umsonst ist der Vorstandsvorsitzende von Ditib türkischer Botschaftsrat." Wer sagt die Wahrheit? "Panorama": "Tatsächlich bekommt die Ditib Weisungen direkt aus der Religionsbehörde des türkischen Ministerpräsidenten." Keine Ditib-Aktion demnach, ohne dass Ankara zugestimmt hätte. Und was war dann die Kölner Demo? "Eher eine EU-Beitrittsdemo", sagte eine junge Muslimin bei "Cosmo TV" im WDR.

Authentisch oder Verstellung, zweites Beispiel: Bekir Alboga, Imam und Ditib-Funktionär: Ist er so modern oder tat er in Maybrit Illners "Türkei"-Sendung im ZDF nur so als ob? Güner Balci, Journalistin, sagte: "Im Islam ist die Frau ein Mensch zweiter Klasse." Alboga lächelte jovial, sagte, "Ich werde später widersprechen", was er nicht tat, sondern sprach souverän von der "islamischen Aufklärung für Muslime" und reichte Balci zum Schluss sogar die Hand. Erstaunlich, denn: Als Mann einer fremden Frau die Hand zu geben, ist im Islam "haram", also verboten.

Ist Alboga das, was er vorgibt zu sein? Selbst im Internet-"Muslim-Forum" ist man sich da nicht sicher. Aber "Fahim" kam Freitag zu dem Schluss, dass dieser Alboga wohl "sehr schlau" sei (siehe "Takiyya"): "Er hat Begriffe benutzt, die Deutsche gerne hören zur Beruhigung, aber meinte völlig andere Inhalte. Genauso muß man mit den Kuffar umgehen." Die "Kuffar", das sind wir, die "Ungläubigen". Albogas Frau trägt übrigens Ganzkörperverschleierung.

 G.Z.

epd medien Nr. 94, 01. Dezember 2004






 
 

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