Ethik
Universität Bielefeld unterstützt geflohene Wissenschaftler
Bielefeld (epd). Vier aus der Türkei geflohene Wissenschaftler können an der Universität Bielefeld in ihrem Bereich weiter forschen. Die drei Frauen und Männer erhalten je für zwei Jahre ein Stipendium für gefährdete Forscher in Höhe von 84.000 Euro, wie die Hochschule am Dienstag mitteilte. Aktuell werden demnach insgesamt 13 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Universität Bielefeld unterstützt. Weitere sieben seien erfolgreich in andere Universitäten und Forschungseinrichtungen vermittelt worden. Die meisten kommen den Angaben nach aus der Türkei, gefolgt von Syrien, dem Iran und Irak.

Aufenthalt und Arbeit der türkischen Forscher an der Uni Bielefeld werden über ein Philipp-Schwartz-Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und des Auswärtigen Amtes finanziert. Zwei Stipendiaten arbeiten bereits seit Dezember in Bielefeld. Die westfälische Universität ist eine von 41 Hochschulen in Deutschland, die ausgewählt wurden, um gefährdete ausländische Forscher aufzunehmen. Im Jahr 2017 fördert die Philipp-Schwartz-Initiative nach Angaben der Humboldt-Stiftung 56 Stipendiaten, im vergangenen Jahr nahmen 44 Stipendiaten ihre Arbeit in Deutschland auf.

"Es ist unser Selbstverständnis, die akademische Freiheit zu verteidigen", sagte Angelika Epple, Prorektorin für Internationales der Universität Bielefeld. Die Hochschule baue deshalb kontinuierlich das Netzwerk für geflüchtete Wissenschaftler aus. Die Uni ist Gründungsmitglied des Netzwerks "Scholars at Risk", das deutsche Hochschulen vor einem Jahr zur Unterstützung bedrohter Wissenschaftler weltweit gegründet haben. Ziele sind es, auf Einschränkungen der Forschungsfreiheit in Krisenregionen aufmerksam zu machen und betroffene Wissenschaftler zu unterstützen, einen sicheren Ort für ihre Arbeit zu finden.