Medien
Straßenzeitungen wollen weiter soziale Probleme anprangern
Hannover, Dortmund (epd). Die Straßenzeitungen in Deutschland wollen weiterhin wachsende Armut und steigende Wohnungsnot in Großstädten anprangern. Die Sozialberichterstattung werde die Kernkompetenz der Magazine bleiben, sagte der Chefredakteur des hannoverschen Straßenmagazins "Asphalt", Volker Macke, nach der diesjährigen Konferenz der deutschsprachigen Straßenzeitungen in Hannover: "Niemand kennt die Straße besser als wir." Macke ist einer der Sprecher der deutschsprachigen Straßenmagazine.

Zu der Konferenz trafen sich rund 50 Vertreter von 19 Straßenzeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, unter ihnen Journalisten, Sozialarbeiter oder Vertriebsexpertinnen. Sie repräsentierten eine Monatsauflage von 350.000 Exemplaren.

Der Verkauf der Magazine hilft jedes Jahr mehreren Tausend der Verkäuferinnen und Verkäufern, ihre Lebenssituation zu verbessern. "Das funktioniert, weil wir hohe Ansprüche an unsere journalistische Arbeit haben - wir wollen Produkte machen, die gern gekauft und gern gelesen werden", betonte Macke. Viele der Verkäufer sind oder waren selbst wohnungslos. Ein Teil des Verkaufspreises ist für sie selbst bestimmt.

Die ersten sozialen Straßenmagazine des Netzwerks feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Die aktuelle Wohnungsnot erinnere an die Situation in der Gründungsphase vieler Magazine Mitte der 1990er Jahre, sagte Bastian Pütter, Redaktionsleiter des Straßenmagazins "bodo" in Bochum und Dortmund: "Wir sind erfahren darin, mit Herausforderungen umzugehen", betonte er. "Und wir glauben, dass soziale Straßenmagazine und ihre Organisationen in den gegenwärtigen Krisen wichtige Impulse und Antworten geben können."