Ethik
Stadt Köln schließt Klimapartnerschaft mit Indigenen in Peru
Köln, Frankfurt a.M. (epd). Die Stadt Köln unterstützt indigene Völker in Peru beim Einsatz gegen die Ausweitung von Palmölplantagen auf ihrem Territorium. Dazu habe die Stadt eine Klimapartnerschaft mit dem Verband der indigenen Gemeinden des Ucayali und seiner Zuflüsse (Feconau) geschlossen, teilte am Dienstag in Frankfurt am Main das Städtenetzwerk Klima-Bündnis mit, das die Partnerschaft unterstützt. Die Ethnie der Shipibo-Conibo wehre sich dagegen, dass der Staat trotz einer rechtlichen Anerkennung ihrer Gebiete dort Lizenzen für den Anbau von Monokulturen vergebe.

"Die indigene Bevölkerung sieht sich durch diese Maßnahmen nicht nur in ihren Rechten, sondern auch in ihrer Existenz gefährdet", erklärte der Kölner Bürgermeister Andreas Wolter (Grüne). Große Monokulturen wie Palmölplantagen verschmutzen den Angaben nach Böden und Wasser mit Pflanzenschutzmitteln, erschweren Ureinwohnern den Zugang zu traditionellen Nahrungsquellen und führen zum Verlust von Waldflächen und Artenvielfalt. Weil für die Expansion der Anbauflächen oft der Urwald weichen müsse, würden dadurch auch große Mengen von Treibhausgasen ausgestoßen, hieß es.

Für die Stadt Köln habe die Partnerschaft daher nicht nur eine politische und soziale Komponente, sondern sei Teil ihrer Klimaschutzaktivitäten, betonte Bürgermeister Wolter. Nach Angaben des Klima-Bündnisses plant die Stadt unter anderem, Projekte vor Ort in Peru finanziell zu unterstützen, die das Klima-Bündnis mit lokalen Partnern umsetzt. Lokale Kölner Initiativen und Institute wie das Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie sollen in die Partnerschaft eingebunden werden. Köln unterhält über die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt bereits Klimapartnerschaften mit den Städten Rio de Janeiro in Brasilien und Corinto in Nicaragua.