Kultur
Paderborner Diözesanmuseum präsentiert "Wunder Roms"
Paderborn (epd). Das Paderborner Diözesanmuseum widmet der Stadt Rom ab Freitag eine große Themenschau. Unter dem Titel "Wunder Roms" soll die Anziehungskraft der Ewigen Stadt als Sehnsuchtsort, Pilgerziel und Inspirationsquelle für Künstler, Literaten und Philosophen anschaulich gemacht werden, wie das Museum am Donnerstag mitteilte. Ausgehend von Berichten bedeutender Rom-Reisender schlage die Ausstellung einen Bogen vom Mittelalter bis heute. Präsentiert werden den Angaben nach antike Meisterwerke und sakrale Schätze sowie zeitgenössische Foto- und Videokunst. Ingesamt sind rund 200 Exponate zu sehen, darunter aus den Museen des Vatikans.

Erstmals im Original ist in Deutschland die 1,70 Meter hohe Marmorhand der zerstörten Kolossstatue des Kaisers Konstantin aus dem 4. Jahrhundert zu sehen, die die Kapitolinischen Museum Roms bis zum Ende der Ausstellung am 13. August zur Verfügung stellen, wie es hieß. Weiterer Höhepunkt ist eine Bronzekugel aus dem 1. Jahrhundert, die im Mittelalter Ziel von Abertausenden christlichen Pilgern gewesen ist. Präsentiert werden auch wertvolle mittelalterliche Manuskripte, Architekturfragmente sowie Skulpturen. So ist etwa die "Ballerina di Goethe" in Paderborn zu Gast, eine antike Marmor-Nymphe, deren "lieblich bewegte Gestalt" Johann Wolfgang von Goethe einst rühmte.

Die Ausstellung soll nicht nur Hommage sein. Die facettenreiche Annäherung an Rom offenbare einen "Blick mit all seinen Brechungen", erklärte Museumsleiter Christoph Stiegemann. So zeigt der zeitgenössische Künstler Christoph Brech in 40 Foto- und Videoarbeiten ein differenziertes Bild der Heiligen Stadt, das das heutige Chaos mit dem Strom der Touristenmassen und sozialen Problemen mit den architektonischen Kunstwerken verbindet. Brechts Bilder gewähren dabei auch einen Blick ins Innere des Vatikans. Mit einer Sondergenehmigung durfte der Münchner Winkel in den Vatikanischen Museen ablichten, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.