Soziales
NRW will Eingliederung Behinderter in die Arbeitswelt verbessern
Düsseldorf (epd). Das Land Nordrhein-Westfalen will durch eine stärkere Kooperation mit Unternehmen eine bessere Eingliederung von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt erreichen. Es müssten mehr Betriebe dafür gewonnen werden, behinderte Mitarbeiter zu integrieren, sagte die Behindertenbeauftragte des Landes, Claudia Middendorf, in Düsseldorf. Sie regte dazu einen regelmäßigen Dialog mit den Handwerkskammern und den Unternehmen an.

Zwar müssen Betriebe, die im Jahr durchschnittlich mehr als 20 Arbeitsplätze anbieten, per Gesetz fünf Prozent ihrer Stellen mit Schwerbehinderten besetzen. Doch viele Firmen umgehen diese Verpflichtung mit einer sogenannten Ausgleichsabgabe, die sie stattdessen zahlen können. Die Behinderten-Werkstätten halten vor diesem Hintergrund eine engere Kooperation mit dem allgemeinen Arbeitsmarkt für geboten. So könnten sich Werkstatt-Mitarbeiter in reguläre Betriebe Schritt für Schritt integrieren, ohne dabei den Rückhalt der Werkstätten zu verlieren.

Als positiv für eine bessere Integration in die Arbeitswelt wertet Middendorf das neue Bundesteilhabegesetz. Es sieht vor, das Menschen mit Behinderung in ihrem Leben mehr selbst bestimmen und besser am Arbeitsleben teilhaben können. Zugleich werden die Mitarbeiter der Behinderten-Werkstätten durch das neu eingeführte Mitbestimmungsrecht nun enger eingebunden. Nach Einschätzung Middendorfs müssen die Werkstätten, in denen bundesweit rund 320.000 Menschen mit Behinderung arbeiten, als Teil der Arbeitswelt anerkannt und bekannter gemacht werden.