Ethik
NRW sieht steigenden Bedarf für Hospiz- und Palliativversorgung
Düsseldorf (epd). Die nordrhein-westfälische Landesregierung rechnet in den kommenden Jahren mit einem steigenden Bedarf an Hospiz- und Palliativversorgung für sterbende Menschen. Grund sei die älter werdende Gesellschaft und die damit verbundene Zunahme von Erkrankungen, sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag in Düsseldorf anlässlich des bevorstehenden Welthospiztages am Samstag. Nach Angaben des Landes verfügt NRW 25 Jahre nach dem Start der bundesweit ersten Palliativeinrichtung in Köln inzwischen über eine nahezu flächendeckende Versorgung.

Demnach gibt es in NRW mehr als 306 ambulante Hospizdienste und 71 stationäre Hospize mit insgesamt 682 Plätzen. Hinzu kommen 225 ambulante Palliativ-Pflegedienste und 66 Palliativstationen in Krankenhäusern mit insgesamt 457 Betten. Darüber hinaus engagieren sich rund 9.500 Menschen ehrenamtlich in der Sterbebegleitung. 76 Prozent der palliativ versorgten Menschen sterben nach Laumanns Worten in ihrem gewohnten Lebensumfeld, zwölf Prozent im Krankenhaus.

"Wir haben schon viel erreicht in NRW, aber wir sind noch lange nicht am Ziel", sagte der Minister. Die Hospiz- und Palliativeinrichtungen leisteten einen wichtigen Beitrag zu einem würdevollen Leben bis zum letzten Augenblick. Darin zeige sich "ganz wesentliche der Wert einer Gesellschaft", sagte Laumann.

Das Land fördert die in der Hand von Wohlfahrtsverbänden und privaten Trägern liegende Hospiz- und Palliativversorgung den Angaben nach mit jährlich rund 500.000 Euro. Damit wird vor allem die Arbeit der sogenannten Alpha-Stellen unterstützt. Sie sind landesweit die Anlaufstellen zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung.