Kirche
Neuer westfälischer Pfarrer für persischsprachige Christen
Dortmund (epd). Mehrdad Sepehri Fard ist seit Oktober erster hauptamtlicher Pastor für persischsprachige Christen in Westfalen. Seitdem 2015 vermehrt Flüchtlinge aus dem Iran und Afghanistan nach Deutschland gekommen sind, habe der Bedarf an Seelsorge zugenommen, erklärte Pfarrerin Beate Heßler vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (Möwe) der Evangelischen Kirche von Westfalen am Montag in Dortmund. "Geflüchtete kommen zu uns in die Gottesdienste, fragen nach Taufkursen, nach Liturgien in ihrer Sprache."

Für die mehreren tausend persischsprachigen Christen in Westfalen ist Sepehri Fard nun erster Ansprechpartner. Der in Teheran geborene Christ kam 1997 nach Deutschland, engagierte sich zunächst ehrenamtlich für die Kirche und ist nun hauptamtlich für sie tätig. Er hält Gottesdienste auf Persisch, übernimmt Seelsorge, Taufen und unterstützt bei Sprachproblemen.

Auch mit Konflikten muss Sepehri Fard nach eigenen Worten umgehen können. "Christen sind nicht nur im Iran nicht in Sicherheit, sondern auch hier in Deutschland nicht", sagte er. Immer wieder komme es in Flüchtlingsunterkünften zu Streitereien und Gewalt zwischen Muslimen und Christen. Diesen Religionskonflikt kenne er aus seiner Heimat, berichtete Sepehri Fard. Er sei selbst zum Christentum konvertiert und habe im Iran nur inoffiziell Theologie studieren dürfen. "Zur Kirche zu gehen, ist in einem islamischen Land wie dem Iran ein Tabu." Mit seiner Arbeit wolle er dazu beitragen, dass die unterschiedlichen Religionen nicht gegen-, sondern miteinander leben, betonte der Pastor.