Kultur
Museum Religio zeigt interreligiöse Ausstellung im Reformationsjahr
Münster (epd). Das Verhältnis von Juden, Christen und Muslimen zu Zeiten Martin Luthers beleuchtet eine Ausstellung, die am Freitag im Telgter Museum "Religio" eröffnet wird. Unter dem Titel "Gott hoch drei - Juden, Christen und Muslime in ihrer Begegnung von Luther bis heute" gehe es um das Zusammenleben und Begegnung der drei großen Weltreligionen, kündigte das Religio-Museum am Mittwoch an. Historischer Ausgangspunkt sind die Schriften Luthers zu Juden und Muslimen, die bis heute zu seinen problematischen Äußerungen gehören. In der Ausstellung würden die Schriften in den Zusammenhang ihrer Zeit gestellt und der Blick auf Luthers Verhältnis zu Papst und Kirche geweitet, hieß es.

Die kulturhistorische Ausstellung mit knapp 200 Exponaten und graphischen Darstellungen zeige, dass die Begegnungen der Religionen nicht nur ein konfliktreichen Gegeneinander sondern weitaus facettenreicher gewesen seien, erklärte das Museum. Diesen Beziehungen spürt die Ausstellung mit übergeordneten Schlagworten wie "teilen", "streiten", "tolerieren", "lieben", "zerstören" und "aushandeln" auf. Zu diesen Themen präsentiert die Ausstellung exemplarische Leitobjekte, die vom Fragment einer jüdischen Dekalogtafel über Kinderspielzeug mit stereotypen Darstellungen von Juden und Orientalen bis zum wertvollen Astrolabium reichen. Dabei wird auchdas Verhältnis der drei Religionen zur Gewalt und Meinungsfreiheit beleuchtet.

In ihrem Schlussteil greift die Ausstellung aktuelle Beispiele der heutigen kontroversen Debatte über Verhaltensregeln und Vorschriften der Religionen auf. Themen sind das Tragen von Burkinis beim Schwimmen, die Beschneidungsdebatte, die Diskussion über muslimische Schützenkönige in christlichen Bruderschafen bis zu Lebensmitteln, die religiöse Speisevorschriften von Juden und Muslimen erfüllen. Die Ausstellung ist bis zum 3. September in Telgte zu sehen. Schirmherrin ist die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus.

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