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Mit einem Festakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, Foto) ist am Sonntag (10.09.2017) in Muenster das internationale Friedenstreffen der katholischen Laienbewegung Sant'Egidio offiziell eroeffnet worden. Bei dem T
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Merkel: Legale Wege der Migration als Mittel gegen Schlepper
Tajani will "Marshall-Plan" für Afrika
Münster (epd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich auf einem internationalen Friedenstreffen in Münster für legale Wege der Einwanderung nach Europa für schutzbedürftige Menschen ausgesprochen. Dadurch müsse verhindert werden, dass diese Menschen Schleppern in die Hände fallen, sagte Merkel am Sonntag auf der Eröffnung des Weltfriedenstreffens der katholischen Laienbewegung Sant'Egidio. Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei habe gezeigt, dass es gelingen könne, illegale Migration in legale umzuwandeln. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, forderte mehr Hilfen für die afrikanischen Herkunftsländer von Flüchtlingen.

Merkel sagte in ihrer Eröffnungsrede, die Gemeinschaft Sant'Egidio trage mit ihrem Engagement im Mittelmeerraum dazu bei, der Welt ein menschliches Antlitz zu geben. Die Politik zeige dies nicht immer.

Tajani forderte in seiner Rede einen "Marshall-Plan" für Afrika. Es könne nicht sein, dass in Libyen "Konzentrationslager" aufgebaut würden, betonte der italienische Politiker. Mit Blick auf die Bedrohung durch Terrorismus sagte er, einerseits müssten die Kontrollen verstärkt werden. Andererseits sei es unerlässlich, den interreligiösen Dialog gerade auch zwischen jungen Menschen zu fördern. Tajani betonte zudem, es brauche einen "europäischen Islam".

Der Münsteraner Bischof Felix Genn äußerte in seinem Grußwort Merkel gegenüber Respekt für ihren Einsatz für die Aufnahme von Flüchtlingen im Jahr 2015. "Allen Widerständen zum Trotz haben Sie sich in unserem Land und auf europäischer Ebene dafür eingesetzt", sagte Genn. Nun müssten Fluchtursachen bekämpft werden. "Das unsägliche Sterben im Mittelmeer muss ein Ende bekommen." An der Eröffnungsveranstaltung in der Halle Münsterland nahmen unter anderem auch der Großimam der Al-Azhar-Universität in Ägypten, Ahmad Muhammad Al-Tayyeb, und der Präsident der Republik Niger, Mahamadou Issoufou, teil.

Bei dem Treffen in Münster und Osnabrück wollen bis Dienstag hochrangige Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften aus aller Welt miteinander diskutieren und beten. Zu verschiedenen Podiumsdiskussionen am Montag und Dienstag wurden unter anderem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der emeritierte Kardinal Walter Kasper und der Weihbischof von San Salvador, Kardinal Gregorio Rosa Chávez, erwartet. Es sollte etwa um die Zukunft Europas, die Flüchtlingssituation und den Dialog zwischen Christen und Muslimen gehen.

Veranstalter des Treffens sind die Bewegung Sant'Egidio sowie die Bistümer Münster und Osnabrück. Sie erwarten insgesamt rund 5.000 Teilnehmer.

Die Bewegung Sant'Egidio entstand 1968 in Rom auf Initiative des Historikers Andrea Riccardi. Sie widmet sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten und dem Dialog der Religionen.

epd-West max