Medien
Lüneburger "Landeszeitung" gewinnt Lokaljournalistenpreis
"Kölner Stadt-Anzeiger" erhält Auszeichnung für "Kölner Botschaft"
Berlin, Köln (epd). Für ihr Multimedia-Projekt "Aufwachsen als Flüchtlingskind" hat die "Landeszeitung für die Lüneburger Heide" den Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung gewonnen. Den zweiten Preis erhielt der "Kölner Stadt-Anzeiger" für seine "Kölner Botschaft", die die Zeitung nach den Silvesterübergriffen zum Jahreswechsel 2015/16 veröffentlichte, wie die Stiftung am Dienstag in Berlin mitteilte. Für den Lokaljournalistenpreis 2016, der im Herbst in Lüneburg verliehen wird, gab es 335 Einsendungen.

Die Jury lobte, die erstplatzierte "Landeszeitung" beleuchte aus unterschiedlichen Blickwinkeln, was Kinder und Jugendliche als Übersetzer für ihre Familien und damit für die Integration insgesamt leisteten. "Engagiert und bewegend zugleich berichten die Autoren, wie versucht wird, eine Herausforderung von europäischer Tragweite auf lokaler Ebene zu bewältigen", sagte der Vorsitzende der CDU-nahen Stiftung, Hans-Gert Pöttering. Der erste Preis ist mit 6.000 Euro dotiert.

Den "Kölner Stadt-Anzeiger" würdigte die Jury für seinen Einsatz zur Versachlichung der Debatte über die Kölner Silvesterübergriffe mit dem zweiten Platz und 3.000 Euro. Die Redaktion habe die "Kölner Botschaft" als Aufruf zu einer offenen Gesellschaft initiiert und dafür den Schriftsteller Navid Kermani als Mitautoren sowie zahlreiche prominente Unterstützer gewonnen. "Die Redaktion bewegt sich bewusst aus der reinen Beobachterrolle hinaus und übernimmt als Akteur Verantwortung für die Grundwerte der Demokratie", hieß es in der Begründung.

Einen Preis in der Kategorie Verkehr vergab die Adenauer-Stiftung an den Bonner "General-Anzeiger" für die Serie "Mobil in der Region", die Themen wie Stau, unterschiedliche Verkehrsmittel sowie neue Mobilitätskonzepte lösungsorientiert darstelle. In weiteren Kategorien wurden unter anderem die "Mitteldeutsche Zeitung", die "Süddeutsche Zeitung" und das "Hamburger Abendblatt" ausgezeichnet. Die weiteren Preise waren mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.

Die Stiftung zeichnete darüber hinaus innovative Projekte von Volontären mit insgesamt 2.000 Euro aus. Der "General-Anzeiger" erhielt einen Preis für seine Porträtserie "Bonn macht erfinderisch" über Existenzgründungen, die Düsseldorfer "Rheinische Post" für die Investigativ-Reportage "Füttern. Waschen. Weiter" über den Pflegealltag im Altenheim. Die Volontäre der Essener "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" wurden für ein crossmediales Projekt über die A40 geehrt.