Kirche
Kirchen rufen Muslime zum gemeinsamen Einsatz für Solidarität auf
Düsseldorf, Bielefeld (epd). Zum Fastenmonat Ramadan haben sich die drei evangelischen Landeskirchen und die fünf katholischen Bistümer in NRW mit einer gemeinsamen Grußbotschaft an die Muslime gewandt. In dem veröffentlichten Schreiben rufen sie zu einem gemeinsamen Engagement für Solidarität in der Gesellschaft und Klimaschutz auf. "Unsere Religionen sagen uns, dass wir alle Teil einer großen Menschheitsfamilie sind, wo immer wir uns auf diesem Planeten befinden", heißt es in dem Brief der rheinischen, westfälischen und lippischen Kirche sowie der Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn.

Polarisierte und zerstrittene Gesellschaften, aber auch Nationen und Konzerne, die ihre eigenen Interessen an erste Stelle setzten, seien eines der größten Hindernisse, "wenn es um die große Menschheitsaufgabe geht, allen eine gute und lebenswerte Zukunft zu ermöglichen", erklären die leitenden katholischen und evangelischen Geistlichen. Die Religionen würden die Chance bieten, sich auf das wirklich Wesentliche zu besinnen und Gott auf dem Weg des Friedens zu folgen.

Auch für den Schutz und die Bewahrung der Erde sei ein gemeinsames Engagement nötig, betonen die Präsides Annette Kurschus und Manfred Rekowski, Landessuperintendent Dietmar Arends, die Erzbischöfe Hans-Josef Becker und Rainer Maria Woelki sowie die Bischöfe Franz-Josef Overbeck, Felix Genn und Helmut Dieser. Die Folgen des Klimawandels erforderten unverzügliches, koordiniertes und entschlossenes Handeln.

Für Muslime hat am Mittwoch der Fastenmonat Ramadan begonnen. Muslimische Gläubige sind im Ramadan aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams. Ausgenommen sind Kinder, Alte und Kranke, Schwangere und Reisende sowie Soldaten im Krieg. Am 15. Juni wird das Ende des Ramadan mit dem Zuckerfest gefeiert.