Medien
Journalistenverband lehnt Systemwechsel im Rundfunk ab
Berlin, Köln (epd). Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) lehnt einen Systemwechsel im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab. "Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten haben den Auftrag, ein umfassendes Informations- und Unterhaltungsangebot für alle Schichten der Bevölkerung zu liefern", sagte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall am Mittwoch in Berlin. Er reagierte damit auf einen Vorschlag der AfD, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu entschlacken.

Die AfD fahre medienpolitisch einen "autoritären Kurs", der der Demokratie alles andere als gut tue, sagte Überall. Jedem Bürger sei es unbenommen, Bezahlangebote privater Sender zu abonnieren. "In dem Vorstoß der AfD gegen die Öffentlich-Rechtlichen zeigt sich wieder einmal das Problem dieser Partei mit kritischem und unabhängigem Journalismus", unterstrich der DJV-Vorsitzende.

Am Dienstag hatte die AfD ihr medienpolitisches Programm vorgestellt. Dieses sieht einen abgespeckten öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, der ausschließlich ein Programm aus den Sparten Information, Bildung und Kultur anbietet. Unterhaltungssendungen sollte Privatsendern vorbehalten sein. Nur wer das Programm auch will, muss zahlen. Zudem soll der Einfluss politischer Vertreter eingeschränkt werden.

Statt wirklichkeitsfremde und in ihrer Konsequenz verfassungsfeindliche Vorschläge zu unterbreiten, solle die AfD endlich auf den Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung kommen, teilte der DJV mit. "Dazu würde gehören, dass Journalisten von AfD-Politikern nicht länger wie Aussätzige behandelt werden", betonte Überall.

Am kommenden Wochenende findet in Köln der AfD-Bundesparteitag statt. Da zahlreichen Journalisten eine Akkreditierung verwehrt wurde mit dem Hinweis, nicht genügend Plätze für Journalisten zu haben und wegen Sicherheitsvorkehrungen, wurde Kritik an der Partei laut.