Kultur
Jonathan Meese kuratiert Museumsschau in Dortmund
Dortmund (epd). Der als Provokateur bekanntgewordene deutsche Künstler Jonathan Meese wird ab Oktober 2019 im Museum Ostwall (MO) im Dortmunder U eine von ihm kuratierte Ausstellung präsentieren. In der Schau, die ein Jahr lang zu sehen sein soll, wird sich Meese mit der Sammlung des Museums auseinandersetzen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Meese ist der erste zeitgenössische Künstler, der von dem Museum damit beauftragt wurde. In der vergangenen Woche hatte er das Museum erstmals besucht.

Die Schau steht unter dem Arbeitstitel "Sammlung 'Keine Angst' (Dr. Nullzensur)". "Ziel ist es, die Geschichten der Stadt und des Museums, die Werke der MO-Sammlung und Meeses eigene Arbeiten zu verbinden", sagte die Leiterin der Museumssammlung, Nicole Grothe. In den nächsten Monaten werden Meese und sein Team immer wieder das Museum Ostwall besuchen, um gemeinsam mit der Leitung des Hauses ein Konzept zu entwickeln.

Der Direktor des Dortmunder U, Edwin Jacobs, unterstrich, dass mit dem Projekt die Idee fortgeführt werden, in Zukunft dynamischer mit der Sammlungspräsentation zu arbeiten. "Unsere Besucher werden die Werke unserer Sammlung mit ganz neuen Augen sehen", betonte er.

Jonathan Meese wurde 1970 in Tokio geboren. Er lebt in Berlin und Ahrensburg bei Hamburg. In seinen Gemälden, Skulpturen und Performances thematisiert er die Weltgeschichte, Mythen und Sagen, das Scheitern der Ideologien sowie die Rolle und Macht der Kunst. Seine Arbeiten und Inszenierungen sind in Museen und Galerien auf der ganzen Welt zu sehen - unter anderem im Pariser Centre Pompidou oder dem Städel Museum in Frankfurt.