Medien
Jürgen Habermas erhält Deutsch-Französischen Medienpreis 2018
Saarbrücken (epd). Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas erhält in diesem Jahr den Deutsch-Französischen Medienpreis. "Jürgen Habermas hat durch seine wissenschaftliche Arbeit Generationen von Akademikern geprägt und durch seine regelmäßigen Zwischenrufe die Debatte über die Zukunft Europas maßgeblich mitbestimmt", erklärte der Vorsitzende des Deutsch-Französischen Journalistenpreises und Intendant des Saarländischen Rundfunks, Thomas Kleist, in Saarbrücken. Die Preisverleihung findet am 4. Juli in Berlin statt.

Der Philosoph steht laut Kleist für ein Europa der Bürger sowie eine offene Gesellschaft. "Die Debatte über die Zukunft Europas ist ohne die Einwürfe und Zwischenrufe von Jürgen Habermas nur schwer vorstellbar", betonte er. Der Soziologe sei für viele, die etwa an eine engere Zusammenarbeit innerhalb Europas oder an die Werte einer Demokratie glaubte, zu einem Idol geworden. Da seine Thesen auch die jüngere Generation ansprächen, gehöre er zu den Leitfiguren und Hoffnungsträgern einer gerechteren und friedlicheren Zukunft, erklärte der SR-Intendant.

Habermas habe sich zudem schon sehr früh und leidenschaftlich für eine freie und unabhängige Presse eingesetzt, betonte Kleist. Die Zusammenarbeit von Journalisten über Ländergrenzen hinweg müsse fortgesetzt werden. "Die freie Presse wird ihre Rolle in einer globalisierten Welt nur dann verteidigen können, wenn Journalisten und Journalistinnen sich entsprechend vernetzen", sagte der SR-Intendant.

Der Medienpreis wird jährlich an eine Persönlichkeit oder eine Organisation vergeben, die sich für die grenzüberschreitende Verständigung im europäischen Kontext einsetzt. Er gehört zum Deutsch-Französischen Journalistenpreis, der 1983 vom Saarländischen Rundfunk ins Leben gerufen wurde und mittlerweile von Arte, dem ZDF sowie weiteren deutschen, französischen und luxemburgischen Medien sowie Stiftungen mitgetragen wird. Zu den bisherigen Medienpreisträgern gehören unter anderen Helmut Schmidt, Valéry Giscard d'Estaing, Simone Veil, Alfred Grosser und im vergangenen Jahr die europäische Hilfsorganisation SOS Méditerranée.