Soziales
Freie Wohlfahrtspflege will Frühförderung in Kitas stärken
Paderborn (epd). Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen hat ein landesweites Förderprojekt für Kinder mit Behinderungen in Kindertagesstätten gestartet. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben solle Frühförderstellen und Kitas stärker zusammenbringen, erklärte der Caritasverband Paderborn als Koordinator des Projekts am Dienstag. Die Paderborner Professorin für Inklusive Pädagogik Simone Seitz solle ein entsprechendes Kooperationskonzept erarbeiten, das die Bedürfnisse sowohl der Kinder als auch der Eltern berücksichtigt. Beteiligt sind den Angaben nach die acht Modellregionen Castrop-Rauxel, Dortmund, Gelsenkirchen, Düsseldorf und Oberhausen sowie der Kreis Steinfurt, der Oberbergische und der Rhein-Erft-Kreis.

Wenn Ärzte, Heilpädagogen, Erzieher oder Eltern über ein und dasselbe Kind sprechen, könne man schnell den Eindruck gewinnen, es gehe um verschiedene, sagte Beate van Bentum von der Caritas Paderborn. Jede Disziplin habe ihren eigenen Blick. "Im schlimmsten Fall wissen die unterschiedlichen Fachleute nichts von den Erkenntnissen der anderen." Das Projekt mit dem Titel "Teilhabechancen für Kinder mit einer (drohenden) Behinderung - Kooperation von Frühförderstellen und Kita stärken" solle Brücken bauen. "Wir brauchen eine gemeinsame Fachsprache", betonte Rudolf Boll vom Arbeitsausschuss Hilfen für Menschen mit Behinderung der Freien Wohlfahrtspflege NRW.

Im ersten Schritt werden die teilnehmenden Kitas sowie die verschiedene Träger zum Thema Inklusion online befragt. Im kommenden Jahr besucht dann Seitz die Kitas, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Ferner sind bis zu den Sommerferien Schulungen von rund 800 Erziehern und Erzieherinnen zur inklusiven Erziehung geplant. Am Ende des Projekts soll eine von allen Beteiligten ausgearbeitete Mustervereinbarung zur Zusammenarbeit stehen.

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege sind 16 Spitzenverbände zusammengeschlossen. Dazu gehören die Caritas, die Diakonie, das Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Landesverbände der jüdischen Gemeinden.

Bilder zum Thema finden Sie bei epd-Bild