Kirche
Drei Ausstellungen in Lippe beleuchten Reformation
Detmold, Lemgo (epd). Zum 500. Reformationsjubiläum befassen sich drei Ausstellungen in Lippe mit unterschiedlichen Schwerpunkten der Reformation. Vom 3. September bis 7. Januar sind die Ausstellung "Mach's Maul auf" im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo sowie die Schau "Machtwort" im Lippischen Landesmuseums Detmold zu sehen, wie die Museen und die Lippische Landeskirche am Dienstag in Detmold mitteilten. Bereits am 27. August startet im Museum Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo die Ausstellung "Glaube, Recht & Freiheit", die ebenfalls bis 7. Januar zu sehen ist. Die drei Ausstellungen kooperieren mit gemeinsamer Werbung und einer gemeinsamen Internetpräsenz.

Das Weserrenaissance-Museum beschäftigt sich mit der Reformation im Weserraum. Die Schau des Lippischen Landesmuseums gehe den Fragen nach, welche Auswirkungen die Konfessionalisierung auf das Leben in einem kleinen Territorium hatte und wie die Menschen vor Ort auf die bahnbrechenden Umbrüche reagierten, hieß es. Die Ausstellung im Museum Hexenbürgermeisterhaus beschäftige sich nicht nur mit der Durchsetzung der Reformation in Lemgo, sondern auch mit den Wirkungen des sogenannten Röhrentruper Rezesses von 1617. Dieser regelte bis ins 19. Jahrhundert das Zusammenleben von Lutheranern und Reformierten in Lemgo und Lippe.

Der Lippische Landessuperintendent Dietmar Arends erklärte, die großen Ausstellungen an drei Orten in der Region unterstrichen die Bedeutung des besonderen Jahres 2017 für Lippe. Die Reformation sei ein Geschehen, an dem viele beteiligt gewesen seien. Es seien ganz unterschiedliche Entwicklungen zusammengekommen und wichtig geworden. Daher sei es spannend, die verschiedenen Aspekte der Reformation zu entdecken, sagte Arends.

Obwohl Martin Luther selbst nicht im Lipperland gewesen sei, habe die Reformation im Weserraum früh Fuß gefasst, hieß es in der Ankündigung. Landgraf Philipp von Hessen habe die neue Konfession bereits Mitte der 1520er Jahre eingeführt und damit den Maßstab für die Reformation in Norddeutschland gesetzt. Die Grafschaft Lippe habe dabei einen besonderen Weg beschritten. Wenige Jahrzehnte nach der Einführung des Luthertums wurde Lippe unter Graf Simon VI. evangelisch-reformiert, allein die Stadt Lemgo blieb lutherisch. Diese religiösen Umbrüche wirkten sich bis heute in Lippe aus, hieß es.