Soziales
Diakonie beklagt Zurückhaltung bei Einstellung von Flüchtlingen
Düsseldorf (epd). Die Diakonie Düsseldorf hat an Unternehmen appelliert, mehr gut qualifizierte Flüchtlinge einzustellen. Bei vielen Arbeitgebern sei immer noch Zurückhaltung festzustellen, weil es Bedenken wegen der Sprachkenntnisse und der beruflichen Erfahrung gebe, sagte die Geschäftsführerin der diakonieeigenen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Renatec, Britta Zweigner, am Dienstag in Düsseldorf. Mit einer Kampagne wollen die Diakonie und Renatec Arbeitgeber dazu aufrufen, Flüchtlingen eine berufliche Chance zu geben.

Renatec bereitet den Angaben zufolge bereits seit April 2015 mit dem Projekt "Welcome@Work" Flüchtlinge gezielt auf den deutschen Arbeitsmarkt vor. Seitdem seien 163 Teilnehmer geschult worden, allerdings hätten nur 26 eine feste Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden. Weitere 51 seien in Praktika und Hospitationen vermittelt worden. Mit Plakaten auf digitalen Anzeigetafeln in Düsseldorf, Postkarten, einem Auftritt bei Facebook sowie auf arbeitgebernahen Internetseiten wirbt die Diakonie nun darum, die in dem Projekt weitergebildeten Flüchtlinge einzustellen.

Die Menschen seien "bestmöglich vorbereitet", betonte Projektleiterin Marlies Heeke. Geschult wurden nach ihren Worten überwiegend junge Menschen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren. Zu dem Projekt, das unter anderem von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda Bank West finanziert wird, gehören Sprachkurse, Bewerbungstraining, die Übersetzung von Zeugnissen sowie die Vermittlung von Praktika und Stellen.

Die große Mehrheit der Projektteilnehmer befindet sich den Angaben zufolge in einem Asylverfahren. Im Rahmen der sogenannten Anspruchsduldung könnten die Teilnehmer also mindestens so lange in Deutschland bleiben, wie die Weiterbildung läuft. "Auch danach bestehen sehr gute Chancen, in Deutschland zu bleiben. Niemand der von uns in ein Arbeitsverhältnis Vermittelten musste ausreisen", berichtete Heeke. Die zögerliche Haltung der Firmen sei unbegründet.