Kultur
Denkmalpfad Zollverein errichtet erste Vermittlungsstation zu Kokerei
Essen (epd). Auf dem Gelände des Welterbes Zollverein in Essen kann auf dem neuen Denkmalpfad die erste Vermittlungsstation zu Arbeitsabläufen der ehemaligen Kokerei errichtet werden. Die NRW-Stiftung und die RAG-Stiftung stellen finanzielle Zuschüsse in Höhe von zusammen 520.000 Euro zur Verfügung, wie die Stiftung Zollverein in Essen mitteilte. Voraussichtlich zur Jahresmitte kann im Rahmen des ersten Bauabschnittes die erste von insgesamt zwölf Vermittlungsstationen realisiert werden. Projektionen und Animationen sollen die Funktionsabläufe auf der einst größten Kokerei des Ruhrgebiets, die 1993 stillgelegt wurde, visualisieren und vermitteln.

Der bereits bestehende Denkmalpfad auf dem Gelände umfasst die historischen Kernbereiche von Zeche und Kokerei Zollverein. Die Betriebsabläufe auf der Zeche werden den Besuchern seit Ende 2009 durch Medieninstallationen sowie durch Führungen vermittelt. Auf der Kokerei Zollverein soll nun ein ähnliches Konzept umgesetzt werden, wie die Stiftung erläuterte. Dafür werde die Anlage virtuell wieder den Betrieb aufnehmen, um die einstigen Produktionsprozesse zu veranschaulichen.

Insgesamt zwölf Stationen sollen die einzelnen Arbeitsschritte von der Anlieferung der Kokskohle über das "Backen" bis zum Ablöschen des Kokses veranschaulichen. Für die erste Station wird ein Kubus direkt in den historischen Löschturm Ost der Kokereianlage eingebaut. Zu Betriebszeiten wurde die Kohle fast 20 Stunden in den insgesamt 304 Koksöfen bei etwa 1.000 Grad Celsius gegart, bevor der rotglühende Koks aus den sechs Meter hohen Ofenkammern ausgedrückt wurde und in den wartenden Löschwagen fiel, zum Löschturm transportiert und mit kaltem Wasser gelöscht wurde.

Aufgrund des Erhaltungszustandes der Kokerei und der generellen Zugänglichkeit ist die Vermittlung der Betriebsabläufe auf der Kokerei bislang nur punktuell und eingeschränkt möglich. Mit der Realisierung des neuen Denkmalpfades würden Eingriffe in die historische Substanz weitestgehend vermieden, andererseits die Zugänglichkeit für Besuchergruppen ermöglicht, hieß es.