Soziales
Bundesanstalt: Deutlich mehr Fälle von Berufskrankheit anerkannt
Dortmund (epd). Die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten ist im Jahr 2016 um fast ein Viertel (23,7 Prozent) auf 22.320 Fälle gestiegen. Ursache war die Aufnahme weiterer Erkrankungen in die Liste der Berufskrankheiten im Jahr 2015, wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund mitteilte. Allein für die neu aufgenommene Krankheit Hautkrebs durch UV-Strahlung gab es fast 3.000 Anerkennungen und 138 Rentenfälle.

An den Folgen einer Berufskrankheit starben 2016 insgesamt 2.576 Menschen, wie es in dem Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" heißt, den die Bundesanstalt jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erstellt. Rund zwei Drittel der Todesfälle gingen auf den Umgang mit asbesthaltigem Material zurück. Insgesamt 873 Personen verunglückten bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin tödlich. Das waren rund neun Prozent weniger als 2015.

Die Zahl der Arbeitsunfälle insgesamt stieg dem Bericht zufolge zwar um etwa 15.000 auf knapp 960.000. Aufgrund steigender Beschäftigung sank aber die Unfallquote pro 1.000 sogenannten Vollarbeitern leicht und liegt nun bei rund 23 Unfällen (23,2; Vorjahr: 23,3).

Nach Schätzung der Statistiker fielen 2016 etwa 675 Millionen Erwerbstage durch Arbeitsunfähigkeit aus. Das führte zu einem Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von 75 Milliarden Euro, wie es in dem Bericht heißt. Durch Verlust an Arbeitsproduktivität gingen der deutschen Volkswirtschaft damit rund 133 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren.

Jeder Beschäftigte war im Jahr 2016 durchschnittlich 17,2 Tage arbeitsunfähig. Mit dem Vorjahr lässt sich die Zahl nach Angaben der Bundesanstalt nicht vergleichen, da sich bei der Berechnung im Vergleich zu 2015 die Bezugsgröße veränderte. In die Statistik flossen die Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 29 Millionen gesetzlich Versicherten ein.

Den größten Anteil an den Ausfalltagen wegen Krankschreibung haben laut Bericht nach wie vor Muskel- und Skelett-Erkrankungen mit knapp einem Viertel (22,8 Prozent). Es folgen psychische und Verhaltensstörungen mit 16,2 Prozent und Krankheiten des Atmungssystems mit 13,5 Prozent.

Die Zahl der Verrentungen aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit blieb insgesamt stabil, wie die Bundesanstalt mitteilte. Mit 174.000 Fällen im Jahr 2016 gab es lediglich einen Zuwachs von 0,6 Prozent. Dabei nahmen Verrentungen wegen Muskel- und Skelett-Erkrankungen um etwa 1.500 Fälle (plus 7,2 Prozent) deutlich zu. Die mit großem Abstand häufigste Ursache für eine vorzeitige Verrentung bleiben mit 42,8 Prozent psychische und Verhaltensstörungen.