Kultur
Original Luther-Portraet von Lucas Cranach dem Aelteren
© epd-West / Karl-Heinz Krull
Ausstellungen in Lippe beleuchten Reformation
Detmold, Lemgo (epd). Zwei Ausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum sind am Sonntag in Detmold und Lemgo eröffnet worden. Die Schau im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo unter dem Luther-Zitat "Mach's Maul auf" befasst sich mit der Reformation im Weserraum. Die Ausstellung "Machtwort" im Lippischen Landesmuseum Detmold geht der Frage nach, welche Auswirkungen die Konfessionalisierung auf das Leben in einem kleinen Territorium hatte. Bereits seit 27. August ist im Museum Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo die Sonderschau "Glaube, Recht & Freiheit" zu sehen. Die drei Ausstellungen, die miteinander kooperieren, sind bis zum 7. Januar.

Obwohl Martin Luther selbst nicht im Lipperland gewesen sei, habe die Reformation im Weserraum früh Fuß gefasst, hieß es in der Ankündigung. Landgraf Philipp von Hessen habe die neue Konfession bereits Mitte der 1520er Jahre eingeführt und damit den Maßstab für die Reformation in Norddeutschland gesetzt. Die Grafschaft Lippe habe dabei einen besonderen Weg beschritten. Wenige Jahrzehnte nach der Einführung des Luthertums wurde Lippe unter Graf Simon VI. evangelisch-reformiert, allein die Stadt Lemgo blieb lutherisch. Diese religiösen Umbrüche wirkten sich bis heute in Lippe aus, hieß es.

Die evangelische Kirche feiert noch bis Ende Oktober 500 Jahre Reformation. 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.