Soziales
Armutsforscher für Umwidmung des Solidaritätszuschlages
Köln/Bremen (epd). In der Debatte um die Zukunft des Solidaritätszuschlags setzt sich der Kölner Armutsforscher Christoph Butterwegge für eine Umwidmung der Abgabe ein. Sie sollte künftig für den Kampf gegen die Armut in Deutschland eingesetzt werden, schreibt Butterwegge in einem Beitrag für den Bremer "Weser-Kurier" (Samstag). "Damit würden benachteiligte Regionen in Ost- und Westdeutschland befähigt, ihre soziale und Bildungsinfrastruktur so weit zu entwickeln, dass die dort extrem hohe Kinder- und Jugendarmut sinkt."

Butterwegge betonte die Bedeutung von Kindertagesstätten, gut ausgestatteten Schulen und Freizeitangeboten. Nur wenn davon genügend vorhanden seien, könne verhindert werden, dass ein Großteil der jungen Generation perspektivlos bleibe. Butterwegge lehrte bis 2016 Politikwissenschaften an der Universität in Köln. Zuletzt hat er Bücher zu Armut in Deutschland, zur Kritik am Neoliberalismus und zur Sozialpolitik der Großen Koalition unter dem Titel "Reichtumsförderung statt Armutsbekämpfung" veröffentlicht.