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Altpräses Buß: Glaube braucht ein Gegenüber
Köln, Unna (epd). Der Theologe Alfred Buß hält nichts davon, dass sich Menschen mit "Zutaten aus den Religionen" einen ganz eigenen Glauben "rühren". "Der Glaube mag mir dann schmecken, aber trägt er mich auch - in guten und in bösen Tagen?" fragte Buß im "Wort zum Sonntag" zum Auftakt der ARD-Themenwoche "Woran glaubst Du?". "Ein lebendiger Glaube braucht ein lebendiges Gegenüber, auf dessen Wort ich höre und zu dem ich bete", betonte der frühere Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Menschen hätten über Generationen ihre Erfahrungen mit Gott aufgeschrieben in den Geschichten, Gebeten und Klagen der Bibel, sagte Buß und bekannte: "Diesem Zeugnis der Alten traue ich." Zugleich warnte der evangelische Theologe davor, die Bibel allzu wörtlich zu nehmen, sonst müsse man "bald seinen Verstand ausschalten".

Gott erwarte von jedem Menschen Verantwortung für die Erde, die er der Menschheit anvertraut habe, sagte Buß. "Doch alles Leben droht kaputt zu gehen auf unserem blauen Planeten: Ozeane voller Müll, das Klima aus den Fugen, Terror als Verhöhnung des Schöpfers allen Lebens." Daher müsse gelten: "The blue planet first!" Alfred Buß stand von 2004 bis 2012 an der Spitze der Evangelischen Kirche von Westfalen. Zuvor war der 70-jährige Theologe Superintendent in Unna, wo er heute wieder lebt.

Die ARD beschäftigt sich in ihrer Themenwoche bis zum kommenden Samstag in Fernsehen, Radio und Internet mit der Frage "Woran glaubst du?". Unter anderem soll es um Sinn, Orientierung und die Rolle der Religion in der Gesellschaft gehen.