Ethik
"Aktion Deutschland Hilft" warnt vor neuer Hungersnot im Südsudan
Bonn (epd). Deutsche Hilfsorganisationen befürchten eine erneute Hungersnot im Südsudan. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen seien in den kommenden Monaten mehr als sieben Millionen Menschen von Hunger bedroht, falls nicht schnellstmöglich humanitäre Hilfe geleistet werde, teilte das Nothilfebündnis "Aktion Deutschland Hilft" in Bonn mit. "Nur wenn wir jetzt handeln können, verhindern wir Schlimmeres", erklärte Vorstandsmitglied Manuela Roßbach und rief zu Spenden auf.

Notwendig sei zudem Unterstützung von der Politik, damit die Friedensgespräche weiter vorankämen, sagte Roßbach weiter. Durch den Bürgerkrieg seien Felder nicht bestellt worden, Vorräte gingen zur Neige. Durch die angespannte Lebensmittelsituation stiegen zudem die Preise. Aufgrund des anhaltenden Krieges und der schlechten Versorgungslage sei jeder dritte Südsudanese auf der Flucht.

Der erst seit 2011 unabhängige Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Seit Ende 2013 herrscht in dem afrikanischen Land Bürgerkrieg. Laut den UN sind mehr als 7,5 Millionen Südsudanesen dringend auf Hilfe angewiesen, 1,8 Millionen Männer, Frauen und Kinder sind ins Ausland geflohen.

Bündnisorganisationen von "Aktion Deutschland Hilft" sind den Angaben zufolge im Südsudan und in den angrenzenden Ländern aktiv. Sie verteilten zum Beispiel Nahrungsmittel, seien mit Ärzte-Teams vor Ort, setzten Brunnen instand oder errichteten Sanitäranlagen, hieß es. Das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" war 2001 von deutschen Hilfsorganisationen gegründet worden, um im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte besser zu bündeln und schnelle Hilfe leisten zu können. Mitglieder sind unter anderem Care, Help, die Johanniter, die Malteser, Action Medeor, AWO International und der Paritätische.