Kirche
Über 36.000 Jugendliche in NRW werden konfirmiert
Düsseldorf/Bielefeld (epd). Rund 36.000 evangelische Jugendliche in Nordrhein-Westfalen feiern in den kommenden Wochen ihre Konfirmation. Die Zahl der Konfirmanden ist im bevölkerungsreichsten Bundesland in den vergangenen Jahren insgesamt leicht gesunken. Die drei evangelischen Landeskirchen in NRW führen den Rückgang auf die demografische Entwicklung zurück.

In der Evangelischen Kirche im Rheinland werden in diesem Jahr rund 17.900 junge Menschen im Alter um die 14 Jahre konfirmiert, wie die zweitgrößte Landeskirche in Düsseldorf mitteilte. Davon lassen sich auch vereinzelt Jugendliche im Konfirmationsgottesdienst taufen. Im Jahr 2016 wurden in den knapp 700 Gemeinden zwischen Emmerich und Saarbrücken noch knapp 19.600 Konfirmanden gezählt. Dabei sei zu beachten, dass die Stärke der betreffenden Jahrgänge auch je um drei und vier Prozent gesunken sei, erklärte Wolfgang Beiderwieden vom Düsseldorfer Landeskirchenamt.

Im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen sind es nach eigenen Angaben in diesem Jahr 18.000 Konfirmanden in den knapp 500 Kirchengemeinden. Das ist ein leichtes Plus im Vergleich zum vergangenen Jahr (17.983), aber 1.500 weniger als 2016, wie aus der Statistik der westfälischen Kirche hervorgeht. In der Region Lippe lassen sich jährlich etwa 1.200 evangelische Jugendliche konfirmieren, wie die lippische Kirche dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte.

Das in der Regel zwischen Palmsonntag und Pfingsten liegende Konfirmationsfest gehört neben Taufe und Hochzeit zu den gefragtesten kirchlichen Angeboten. In einem Gottesdienst bekräftigen - lateinisch: "confirmare" - die Jugendlichen, was ihre Eltern und Paten bei der Taufe im Säuglingsalter stellvertretend versprochen haben: ein Leben im christlichen Glauben zu führen, wie die rheinischen Kirche erklärte.

Der Konfirmation geht eine anderthalbjährige Vorbereitungszeit voraus, die Konfirmandenarbeit. Evangelische Jugendliche nehmen in der Regel im 7. und 8. Schuljahr daran teil. Neben der Vermittlung religiöser Inhalte setze die moderne Konfi-Arbeit auf Erleben und Entdecken von Leben und Glauben in der Gemeinschaft, erklärte die westfälische Kirche. Zum Programm gehörten Freizeiten und andere gemeinsamen Aktivitäten wie der Konfi-Cup, die deutschlandweiten Fußball-Meisterschaften für Konfirmanden. Die Jugendlichen werden in der Regel im Alter von 14 Jahren konfirmiert. Danach können sie ein Patenamt übernehmen und an den Wahlen zur Gemeindeleitung (Presbyterium) teilnehmen.

Der rheinische Präses Manfred Rekowski hob die verbindende Wirkung der Konfirmation hervor. "In der Konfirmandenarbeit kommen sehr unterschiedliche Jugendliche zusammen", erklärte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland. Darunter seien Schüler verschiedener Schulformen, Jugendliche mit Handicap oder besonderer Begabung, Jungen und Mädchen aus Familien mit evangelischem Hintergrund oder distanziertem Verhältnis zur Kirche. "In der Konfirmandenarbeit erfahren sie, dass Jesus Christus sie zu einer Gemeinschaft zusammenbringt."