Soziales
Umfrage: Krankenhäuser in Finanz- und Personalschwierigkeiten
Stuttgart (epd). Die Krankenhäuser im Südwesten beurteilen einer aktuellen Umfrage der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) zufolge ihre wirtschaftliche Situation so schlecht wie noch nie. In dem halbjährlich ermittelten Indikator bezeichnen 44,6 Prozent der Klinik-Geschäftsführer die wirtschaftliche Situation als schlecht. Mit roten Zahlen werden voraussichtlich 51 Prozent das laufende Jahr abschließen. Nur 14,9 Prozent sehen sich in einer guten wirtschaftlichen Lage, teilte die BWKG in Stuttgart mit.

Grund für sie Situation sei das überdurchschnittliche Lohnniveau im Südwesten: Pro Patient liegen hier die Kosten allein aufgrund der höheren Löhne fast 100 Euro über dem Bundesdurchschnitt. Dies müsse auch von den Krankenversicherungen beachtet werden. Durch die hohen Löhne erhielten sie ja auch überdurchschnittlich hohe Beiträge, so die BWKG.

Zudem zeige die Umfrage, dass die Gesundheitseinrichtungen schon heute erhebliche Probleme hätten, ausreichend Pflegekräfte und Ärzte zu finden. Fast 70 Prozent der Krankenhäuser, 66 Prozent der Rehakliniken und 83 Prozent der Pflegeeinrichtungen haben beim BWKG-Indikator angegeben, nur schwierig freie Stellen mit Pflegefachkräften besetzen zu können. Dasselbe gilt für offene Arztstellen: Rund 64 Prozent der Krankenhäuser und fast 73 Prozent der Rehakliniken melden hier Schwierigkeiten.

Die BMKG befragt für ihren BWKG-Indikator die Geschäftsführer ihrer Mitgliedseinrichtungen halbjährlich zur Einschätzung der wirtschaftlichen Situation und der Arbeitsmarktentwicklung. 451 Träger mit 208 Krankenhäusern, 125 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie 588 Pflegeeinrichtungen sind Mitglied der BWKG. Zusammen haben sie mehr als 90.000 Mitarbeiter. (2940/28.12.2017)

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