In dem von 15 namhaften palästinensischen Christen herausgegebenen Papier wird die Besetzung der palästinensischen Gebiete und die Siedlungspolitik Israels als Sünde vor Gott bezeichnet und zum friedlichen Widerstand gegen Israel aufgerufen. Zuvor hatten sich schon die Deutsch-Israelische Gesellschaft sowie christlich-jüdische Organisationen kritisch zu Raheb geäußert. Unterstützt wird der Theologe dagegen von evangelischen Bischöfen wie Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) und Ulrich Fischer (Karlsruhe).
Raheb zeigte sich am Freitag überrascht über die Kritik. Der Medienpreis sei die internationale Anerkennung einer harten Versöhnungsarbeit in den vergangenen Jahren in Bethlehem und den palästinensischen Gebieten, sagte der promovierte Theologe dem epd in Berlin. Erstmals würden mit dem Preis keine Politiker oder Prominente, sondern Menschen ausgezeichnet, die sich für den Frieden einsetzen. Seinen Kritikern warf der 49-Jährige eine Hetzkampagne vor, die getragen sei von Verleumdungen. Raheb hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine friedliche Lösung mit Israel ausgesprochen und dessen Existenzrecht anerkannt.
Raheb ist Pfarrer in Bethlehem und Präses der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land. 2008 erhielt er für sein Engagement den Aachener Friedenspreis. Am 24. Februar wird er in Baden-Baden mit dem Deutschen Medienpreis für seinen Einsatz zur Verständigung von Christen, Juden und Muslimen geehrt. Laudator ist Alt-Bundespräsident Roman Herzog. Neben Raheb werden der ehemalige Oberleutnant der Sowjetarmee, Stanislaw Petrow, die afghanische Pädagogin Sakena Yacoobi und der kongolesische Arzt Denis Mukwege ausgezeichnet.
Zu den bisherigen Preisträgern der seit 1992 verliehenen Auszeichnung gehören auch der spätere ermordete israelische Regierungschef Yitzhak Rabin und der frühere Palästinenserführer Yassir Arafat. (0323/17.02.2012)

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