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Pietisten starten Beratung im Rotlichtviertel - Diakonisches Zentrum soll 2015 eröffnen

Mitten im Stuttgarter Rotlichtbezirk wollen württembergische Pietisten ein diakonisches Begegnungszentrum einrichten. Es soll "Hoffnungs-Haus" heißen und Prostituierten Seelsorge und Beratung anbieten, kündigte der Vorsitzende des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg "Die Apis", Pfarrer Steffen Kern, am Samstag in Stuttgart an. Außerdem soll es eine Anlaufstelle für ausstiegswillige Prostituierte werden.

Laut Kern hat sich Stuttgart zu einer Drehscheibe der Prostitution in Mitteleuropa entwickelt. In der Landeshauptstadt sollen 4.000 Frauen dem horizontalen Gewerbe nachgehen, rund 500 von ihnen als Straßenprostituierte. Der Verbandsvorsitzende verbindet mit dem "Hoffnungs-Haus" im Leonhardsviertel den Wunsch, dass es "für manche zur Tür in ein neues Leben" wird. Die Eröffnung ist für Herbst 2015 geplant.

Kern informierte über das Vorhaben bei der jährlichen Landesgemeinschaftskonferenz seines Verbandes, zu der am Samstag mehrere tausend Besucher in die Stuttgarter Porsche-Arena gekommen waren. Er begründete das Projekt mit dem christlichen Auftrag seiner Organisation. "Es gilt, den Menschen Würde und Anerkennung zu vermitteln." Man wolle sich "fernab aller Illusionen" den immensen Herausforderungen stellen, die mit dem Einsatz für Prostituierte verbunden seien.

Neben der Beratungsarbeit soll es in dem Haus Gottesdienste, Konzerte und Kulturveranstaltungen geben. Gleichzeitig diene es als Plattform für Hilfsangebote verschiedenster Art. Verantwortlich für das Projekt ist der Sozialpädagoge Stefan Kuhn, der auch die Arbeit des Gemeinschaftsverbands im Bezirk Stuttgart leitet. Zu den "Apis" gehören 500 pietistisch geprägte Gemeinschaften in Württemberg sowie im bayerischen Allgäu. (2498/02.11.2014)