Der nordbadische evangelische Landeskantor und Kirchenmusikdirektor Johannes M. Michel hat die Lebensleistung des ehemaligen künstlerischen Leiters der Stuttgarter Bachakademie, Helmuth Rilling, gewürdigt. Rilling habe Musikgeschichte geschrieben, sagte Michel am Sonntag dem epd. Rilling hatte Ende der Woche nach wochenlangen Querelen um die Nachfolgebesetzung sein Amt als künstlerischer Leiter mit sofortiger Wirkung niedergelegt.
Der 78-jährige Rilling habe durch sein jahrzehntelanges Wirken Erstaunliches geleistet, sagte der badische Landeskantor Michel. Vor allem im Bereich der neuen, modernen Interpretationen habe Rilling eine großartige Lebensleistung vollbracht, betonte der Kirchenmusikdirektor. Michel selbst bereitet derzeit in Mannheim ein Bachfestival mit vor, bei der es insgesamt zwölf Veranstaltungen in der Region vom 11. bis 18. März geben soll.
Der 78-jährige Helmuth Rilling hatte Medienberichten zufolge Ende dieser Woche seinen sofortigen Rücktritt erklärt, weil er sich nicht genug in die Suche nach einem geeigneten Nachfolger eingebunden sah. Bereits im Januar hatte Rilling den Rücktritt des Vorstands und dessen Vorsitzenden Berthold Leibinger gefordert. Demnach hatte Rilling in einem Brief gedroht, dass er selbst sein Amt als künstlerischer Leiter niederlege, wenn Leibinger Vorsitzender bleibe.
Im Januar war der Chordirigent und Musikprofessor Hans-Christoph Rademann als Nachfolger Rillings präsentiert worden. Rademann sollte die Aufgabe zum 1. Juni 2013 unmittelbar nach dem 80. Geburtstag von Akademiegründer Helmuth Rilling übernehmen. Mitte dieser Woche hatte nun der Vorstand der Bachakademie bekanntgegeben, dass der Berliner Musikmanager Gernot Rehrl Nachfolger von Intendant Christian Lorenz werde. Rilling selbst wollte Medienberichten zufolge davon erst aus der Zeitung erfahren haben. (0285/12.02.2012)
