Die beiden Stadtdekane von Freiburg haben die geplante Einführung eines verkaufsoffenen Sonntags in der Stadt kritisiert. Mit Überraschung hätten sie davon Kenntnis erhalten, dass bereits am kommenden Dienstag in der Gemeinderatssitzung über einen entsprechenden Antrag abgestimmt werden soll, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der beiden evangelischen und katholischen Dekanate am Freitag. Bislang gibt es in Freiburg noch keinen verkaufsoffenen Sonntag.
In Deutschland sei die Sonn- und Feiertagsruhe verfassungsrechtlich geschützt, schreiben der evangelische Stadtdekan Markus Engelhardt und der katholische Stadtdekan Wolfgang Gaber. Die Arbeitsruhe an diesen Tagen diene Familien, Vereinen, Nachbarschaft, der Versammlung, Wissenschaft und Kunst sowie der Religion. Die Vitalität und die Anziehungskraft der Stadt sei auch ohne diese kommerzielle Form eines verkaufsoffenen Sonntags zu erzielen, schreiben Gaber und Engelhardt. Freiburg solle sich wie bisher als eine Stadt präsentieren, die "weiterhin den Sonntag vor einer ökonomischen Verzweckung bewahrt".
"Die Sonntagsruhe, die ihren Wurzeln nach ein christlicher Feiertag ist, ist natürlich für die Kirchen und die Feier des Gottesdienstes als Erinnerung an Ostern und damit der Vergewisserung von Hoffnung und Lebenshalt über den weltlichen Horizont hinaus die Grundlage schlechthin. Jedoch steht für uns ebenso das für alle Menschen bedeutsame Signal dahinter, ihr Leben nicht auf permanente Leistung und Konsum reduzieren zu lassen", schreiben die beiden Dekane. (0274/10.02.2012)
