Der württembergische Pietismus ist in den letzten zwei Jahrzehnten stärker von der Forschung beachtet worden als zuvor, dennoch gibt es nach Auffassung des Pietismusforschers Eberhard Fritz (Altshausen) für die Wissenschaft noch Vieles zu tun. Selbst im Bereich der so genannten "Schwabenväter" - dazu zählen unter anderem die Mitbegründer des schwäbischen Pietismus Johann Albrecht Bengel und Friedrich Christoph Oetinger - bestehe noch Forschungsbedarf, sagte Fritz am Freitag in Stuttgart. Dort sprach er bei einer Tagung, die das Landeskirchliche Archiv zur Verabschiedung des Pietismusexperten Dieter Ising ausrichtete.
Die historische Forschung erkenne zunehmend, was der Pietismus für die soziale und kulturelle Entwicklung bedeute und wie viele wichtige Impulse von ihm in zahlreiche Gebiete des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens ausgegangen seien. Pietistischen Ideen hätten sich auf vielen Gebieten weit über den kirchlichen Bereich hinaus prägend ausgewirkt, sagte Fritz.
Fritz erinnerte daran, dass in den letzten Jahren mehrerer Biografien über bedeutende württembergische Pietisten erschienen seien. So lägen jetzt grundlegende Arbeiten über Michael Hahn oder Christian Gottlob Pregizer vor. Auch die von Martin Brecht herausgegebene vierbändige "Geschichte des Pietismus" sei ein Meilenstein. Zudem seien weitere Einzelbereiche heute erforscht. (0273/10.02.2012)
