Umwelt
Zustand von Sachsen-Anhalts Wäldern ist stabil
Fast eine Million Festmeter Schadholz durch Stürme
Magdeburg (epd). Der Zustand der Wälder in Sachsen-Anhalt ist trotz Klimaveränderungen insgesamt stabil. "Den Bäumen geht es insgesamt gut, auch dem Problemkind Buche geht es wieder besser", sagte Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) am Montag in Magdeburg. Die Klimaveränderungen machten die Wälder allerdings auch anfällig für Schädlinge wie den Buchdrucker.

Wichtig sei es, den Waldumbau voranzutreiben, betonte Dalbert. Durch den Aufbau von Mischbeständen seien die Wälder besser gerüstet für die Zukunft. Neben dem Buchdrucker machten auch ein Eschentriebsterben und das Diplodia-Triebsterben der Kiefern den Wäldern zu schaffen.

Diplodia ist ein wärmeliebender Pilz, der seit zehn Jahren an den Kiefern beobachtet werde, insbesondere in Sachsen-Anhalt und Hessen, wie Johannes Eichhorn sagte, Leiter der Abteilung Umweltkontrolle der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt. Es sei davon auszugehen, dass der Befall zunehmen werde. Die Kiefer sei noch robust und der Zustand stabil, aber man dürfe nicht sorglos sein.

Durch mehrere Unwetter und Stürme fallen in diesem Jahr voraussichtlich insgesamt eine Million Festmeter Schadholz an. Allein das Orkantief "Xavier", mit Schwerpunkten in der Altmark, der Colbitz-Letzlinger Heide, im Bereich Anhalt und der Annaburger Heide, verursachte einen Schadholzanfall von rund 300.000 Festmeter. Wichtig sei es, jetzt das Schadholz aus den Wäldern zu entfernen, um die massive Vermehrung von Schädlingen wie Borkenkäfer zu verhindern, hieß es.

Der Kronenzustand ist ein wichtiger Indikator für den Waldzustand und wird im jährlichen Waldzustandsbericht erfasst. Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume beträgt den Angaben zufolge in diesem Jahr 17 Prozent und liegt damit seit 2005 stabil auf einem relativ geringen Niveau zwischen 14 und 17 Prozent. Bei der Buche sei die mittlere Kronenverlichtung auf 33 Prozent gesunken, im Vorjahr waren es noch 39 Prozent, im Jahr 2004 sogar 43 Prozent.

Der Eichenprozessionsspinner, der vor allem für die Gesundheit des Menschen bedrohlich ist und Allergien auslösen kann, spielt zumindest für den Waldzustand nicht so eine große Rolle wie andere Schädlinge.

In Sachsen-Anhalt sind etwa 26 Prozent der Landesfläche mit Wald bedeckt. Die Zahl der Waldbrände lag mit 22 auf einer Gesamtfläche von rund sechs Hektar auf einem historischen Tiefstwert. Dies war vor allem auf die hohen Niederschlagswerte im Sommer zurückzuführen.

epd ost ror bue