Kirche
Weiter Widerstand gegen Öffnung sächsischer Pfarrhäuser für Homosexuelle
Annaberg-Buchholz (epd). Innerhalb der evangelischen Landeskirche Sachsens regt sich weiter Widerstand gegen die Öffnung von Pfarrhäusern für homosexuelle Paare. Kritiker eines entsprechenden Beschlusses der Kirchenleitung haben sich in einer "Bekenntnis-Initiative" zusammengefunden. Sie sei ein Zusammenschluss von Kirchgemeinden, Gemeinschaften, Werken und Einzelpersonen, sagte einer der Sprecher der Initiative, Pfarrer Gaston Nogrady, am Mittwoch dem epd in Markersbach (Erzgebirgskreis).

In einer Erklärung der Initiative wird zwar das Bemühen der Kirchenleitung um die Einheit der Landeskirche anerkannt. "Dennoch müssen wir wesentlichen Inhalten ihres Beschlusses aufgrund von Schrift und Bekenntnis widersprechen". Die Kirchenleitung entschied im Januar, dass Pfarrer in gleichgeschlechtlichen Beziehungen unter bestimmen Voraussetzungen mit ihrem Partner in Pfarrhäusern zusammenleben dürfen. Kritiker betrachten die Öffnung als unbiblisch und sehen das kirchliche Familienbild infrage gestellt.

Hintergrund des Beschlusses ist der Gesetzentwurf der Evangelischen Kirche in Deutschland für ein bundesweit einheitliches Pfarrerdienstrecht. Das Regelwerk lässt gleichgeschlechtliche Paare im Pfarrhaus zu. Im April soll der sächsischen Synode ein Ausführungsgesetz vorgelegt werden. In ihrer Erklärung schreibt die "Bekenntnis-Initiative", dass sie von der Landessynode "dringend" ein Kirchengesetz erwarte, das auch weiterhin Loyalität zu den Beschlüssen der Landeskirche ermögliche.

Bis zur Sitzung des Kirchenparlaments will die Initiative nun Unterschriften sammeln. Mit ihren Positionen schließt sie direkt an eine "Markersbacher Erklärung" an, die bereits vor der Entscheidung der Kirchenleitung kursierte und zu deren Initiatoren ebenfalls Pfarrer Gaston Nogrady zählte. Nach eigenen Angaben wurde das Papier damals von über 130 Kirchgemeinden, 160 landeskirchlichen Gemeinschaften und über 600 Einzelpersonen unterschrieben.

Nogrady sagte dem epd, dass die "Markersbacher Erklärung" noch eine "Bitte" gewesen sei, anders zu entscheiden. "Wir empfinden die Lage jetzt ernster". Er empfehle aber keinem Kritiker, aus der Kirche auszutreten. Vielmehr solle innerhalb der Kirche um den weiteren Weg gerungen werden, betonte er.

epd ost zip mg