Soziales
Volksinitiative für mehr Lehrer übergibt Unterschriften
Magdeburg (epd). Die Volksinitiative für mehr Personal an den Schulen in Sachsen-Anhalt hat am Mittwoch in Magdeburg ihre Unterschriftenlisten an Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) übergeben. Es seien innerhalb von vier Monaten rund 77.000 gültige Unterschriften zusammen gekommen, sagte eine der Sprecherinnen des Bündnisses, Thekla Mayerhofer, Vorsitzende des Grundschulverbandes Sachsen-Anhalt. Insgesamt seien sogar weit über 96.000 Unterschriften gesammelt worden, nicht alle davon seien jedoch gültig. Es zeige aber die große Unterstützung im Land für die Forderung nach einer bedarfsgerechten Ausstattung der Schulen. Rund 30.000 Stimmen wären notwendig gewesen, damit sich das Parlament mit dem Anliegen befassen muss.

Ziel der Initiative unter dem Motto "Den Mangel beenden! Unseren Kindern Zukunft geben!" ist es, dass das Land zusätzliche Einstellungen von 1.000 Lehrern sowie 400 pädagogischen Mitarbeitern an den Schulen vornimmt. Gefordert werden zudem die Ermittlung des Personalbedarfs für die sonderpädagogische Förderung durch unabhängige Experten und die Verbesserung der Ausbildung für pädagogisches Personal. Dem Bündnis gehören unter anderem mehrere Verbände, der Landeselternrat, der DGB, die Links-Partei und die GEW an.

Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, sagte, an den meisten Schulen bestünden inzwischen zu große personelle Lücken, um den Unterricht, die individuelle Förderung und außerunterrichtliche Angebote absichern zu können. Die Initiative erwartet nun ein schnelles Handeln der parlamentarischen Gremien und eine Umsetzung des deutlichen Auftrages aus der Bevölkerung.

Der bildungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Thomas Lippmann, sprach mit Blick auf die gesammelten Unterschriften von einem "grandiosen Erfolg für die Initiatoren und einer schallende Ohrfeige für die gescheiterte Personalpolitik der Landesregierung". Er sagte: "Ein 'Weiter so' in der Personalpolitik darf es jetzt nicht mehr geben." Das Schuljahr 2017/18 müsse schon heute als verloren gelten, weil sich kaum noch eine Verbesserung der schlechten Unterrichtsversorgung erreichen lasse. Spätestens im März müsse aber eine große Einstellungsoffensive folgen.

epd ost ror cxm