Umwelt
Thüringens Umweltministerin auf Bonner Weltklimakonferenz
Erfurt (epd). Die Bedeutung der Regionen für den weltweiten Klimaschutz hat Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) hervorgehoben. Das zeige im Moment besonders drastisch das Beispiel der USA, die auf Bundesebene aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen, sagte sie am Montag in Erfurt. Auch Bundesländer wie Thüringen trügen ihren Teil der Verantwortung dafür, dass die 2015 in der französischen Hauptstadt beschlossen Klimaziele - etwa die Begrenzung der Erderwärmung auf ein Plus von maximal 1,5 Grad - auch wirklich erreicht werden können.

Sie werde deshalb ab Mittwoch persönlich an der aktuell in Bonn tagenden Weltklimakonferenz COP23 teilnehmen, kündigte die Ministerin an. Thüringen verfüge inzwischen über eine Vielzahl von Anreizprogrammen, um "Grünes Wirtschaften", Energieeffizienz und den Ausbau Erneuerbarer Energien zu fördern. So stelle das Land bis 2020 allein aus Mitteln des Umweltministeriums 60 Millionen Euro zur Verfügung, damit Unternehmen ihre Energieeffizienz steigern können. Davon seien bisher bereits 20 Millionen Euro abgerufen worden, sagte die Grünen-Politikerin. Andere Beispiele sind nach ihren Angaben Programme zum Ausbau der Solarenergie (etwa für Mieter) oder die Unterstützung von Kommunen bei der Aufstellung eigener Klimapläne.

Der Erfolg des Klimaschurzes zeige sich letztlich in den Städten und Dörfern, den Schulen und Firmen vor Ort, so die Ministerin. Deshalb sei der Austausch über Aktionen, Initiativen und Projekte, wie sie in den kommenden Tagen in Bonn geplant seien, eben so wichtig. Das mache sich auch finanziell bemerkbar. "Thüringen importiert noch immer die Hälfte seines Stromverbrauches. Das sind zwei Milliarden Euro, die dem Land an Bruttowertschöpfung entgehen", rechnete die Ministerin vor. Hier sieht sie einigen Nachholbedarf, aber auch Chancen für Investitionen in die Erzeugung etwa von Ökostrom mit Hilfe von Sonnenenergie oder Windkraft.

Ein weiterer wichtiger Baustein für den regionalen Klimaschutz sei die Minderung des Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen wie Kohlendioxid im Verkehr. Hier müsse das Land mit gutem Beispiel vorangehen. So habe die rot-rot-grüne Koalition beschlossen, bis zum Jahre 2050 den in der Landesverwaltung anfallenden Kohlendioxid-Ausstoß um 95 Prozent zu mindern. Das könne durch Umstellungen des Fuhrparks wie der Beheizung des Gebäudebestandes erreicht werden, so Siegesmund.

epd ost dl bue