Soziales
Thüringen: Deutliches Plus bei Inobhutnahmen von Kindern
Erfurt (epd). In 2.639 Fällen haben im vergangenen Jahr Thüringer Behörden Kinder und Jugendliche zu deren Schutz in staatliche Obhut genommen. Das entsprach gegenüber dem Vorjahr 2015 einem deutlichen Anstieg um 457 Maßnahmen beziehungsweise 21 Prozent, teilte das Thüringer Landesamt für Statistik am Montag in Erfurt mit. Häufigster Grund für Inobhutnahmen im Jahre 2016 waren demnach unbegleitete Einreisen ausländischer minderjähriger Kinder und Jugendlicher (1.271 Fälle).

In 401 Fällen wurde die Inobhutnahme auf Grund einer vorangegangenen Gefährdungseinschätzung vorgenommen, hieß es weiter. Zweithäufigster Grund war laut Statistik mit 773 Fällen die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils. Weitere Inobhutnahmen mit dreistelligen Fallzahlen betrafen die Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen sowie Beziehungsprobleme der Eltern.

Wie das Landesamt weiter mitteilte, handelte es sich in rund zwei Drittel der Inobhutnahmen um Jungen. Dies resultiere aus dem hohen Anteil unbegleiteter ausländischer männlicher Minderjähriger. Dadurch bedingt sei auch die Altersgruppe der 14- bis unter 18-Jährigen mit einem Anteil von 65,9 Prozent besonders betroffen.

Inobhutnahmen können von Jugendämtern, sozialen Diensten, der Polizei oder einer Ordnungsbehörde veranlasst werden. Die Unterbringung der Betroffenen erfolgt meist in einer Einrichtung.

epd ost bue mg