Soziales
Schlechte Chancen für Flüchtlinge bei Wohnungssuche
Berlin, Dresden (epd). Flüchtlinge haben in Berlin und Dresden offenbar schlechte Chancen, eine eigene Wohnung zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des "Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung" (BIM). Erste Ergebnisse dazu wurden am Donnerstag im Informationsdienst "Mediendienst Integration" veröffentlicht.

Grundsätzlich ist den Angaben zufolge in Berlin für Flüchtlinge die Wohnungssuche bereits während des Asylverfahrens möglich. In Dresden können Flüchtlinge erst eine Wohnung suchen, wenn ihr Asylantrag bewilligt wurde. In beiden Städten existiere ein angespannter Wohnungsmarkt bei dem es immer weniger bezahlbaren Wohnraum für Menschen gebe, die ein geringes Einkommen haben oder Transferleistungen beziehen.

Hinzu kämen zahlreiche bürokratische Hürden, hieß es. In Berlin müsse ein Wohnungsangebot zunächst von den Behörden geprüft werden, bevor Geflüchtete einziehen können. Diese Prüfung habe im vergangenen Jahr oft so lange gedauert, dass die Wohnung schon anderweitig vergeben wurde, hieß es. Viele Asylsuchende in Berlin wüssten zudem nicht, dass sie in eine eigene Wohnung ziehen dürfen und würden sich deshalb oft gar nicht erst auf die Wohnungssuche begeben.

In Dresden dürfen Asylbewerber den Angaben zufolge in der Regel erst nach Abschluss ihres Asylverfahrens eine eigene Wohnung suchen. Viele Vermieter hätten allerdings Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen, zitiert der Mediendienst aus der Studie. Einige befürchteten, unterschiedliche "Wohnkulturen" könnten zu Problemen beim Zusammenleben führen. Andere hätten offen zugegeben, dass sie keine Flüchtlinge als Mieter haben wollen, hieß es weiter.

Der vollständige BIM-Forschungsbericht mit dem Titel "Solidarität im Wandel?" soll den Angaben zufolge in im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums an der Berliner Humboldt-Universität am 23. März vorgestellt werden. Danach werde der komplette Bericht auf der Website des BIMs veröffentlicht.

epd ost cxm mg