In fast jedem Ort habe es Einsätze gegeben, doch nur wenigen sei die Dimension bekannt. "Trotzdem wird dieses Unrecht bislang im Freistaat nirgendwo ausreichend öffentlich thematisiert". Als weiteres Beispiel nannte Reiprich die Opfer der Todesmärsche in den letzten Kriegswochen, sowjetische Kriegsgefangene sowie Insassen der frühen Konzentrationslager der Jahre 1933/34. Der Geschäftsführer regte mehr bürgerschaftliches Engagement an, forderte aber auch stärkere staatliche Unterstützung.
"Wir brauchen eine stärkere und dauerhafte finanzielle Förderung der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig, aber auch Mittel für projektgeförderte regionale Aufarbeitungsinitiativen", sagte er. Von besonderer Bedeutung sei zudem die Errichtung einer zentralen Gedenkstätte für frühe Konzentrationslager in Sachsenburg bei Frankenberg. Die Gedenkstättenstiftung sei sich der Haushaltslage des Freistaats bewusst. Es gehe jedoch um verhältnismäßig bescheidene Forderungen.
Er appelliere jedoch an Landtag und Staatsregierung, die genannten Anregungen bei der geplanten Novellierung des Gesetzes für die Gedenkstättenstiftung zu berücksichtigen. Zum Holcoaust-Gedenktag am Freitag erinnern verschiedene sächsische Städte an die Opfer der Nazidiktatur. Zu einer Gedenkstunde im Plenarsaal des Landtag werden gut 450 Gäste erwartet. Es sprechen Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Landtagspräsident Matthias Rößler (beide CDU). Der Leiter der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, Boris Böhm, hält einen Vortrag über die nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen in Sachsen.
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