Für die "Roten Listen" Thüringens wurden knapp 17.000 Arten und 76 Biotop-Typen auf ihre Gefährdung hin untersucht. Als ausgestorben gilt den jüngsten Untersuchungen zufolge der Große Brachvogel. Vor zehn Jahren sei diese Vogelart noch als "vom Aussterben bedroht" eingestuft worden, hieß es. Als Hauptursache für das Aussterben wurden die Intensivierung der Landwirtschaft und das Zerschneiden zusammenhängender Flächen durch Infrastrukturprojekte genannt.
Vom Aussterben bedroht sei mittlerweile die Sumpfspitzmaus, die 2001 noch als "stark gefährdet" eingeordnet worden war. Verbessert habe sich dagegen die Situation unter anderem beim Fischotter und bei der Kleinen Hufeisennase. Als Ursachen wurden eine bessere Qualität der Fließgewässer, artenreichere Jagdbiotope und verstärkte Anstrengungen beim Naturschutz genannt. Gleichwohl seien beide Tierarten noch immer stark gefährdet. Als nicht mehr gefährdet gelte der Uhu.
Minister Reinholz bezeichnete es als Ziel der Umweltpolitik, bis 2020 mindestens die Hälfte aller in Thüringen vom Aussterben bedrohten Arten zu retten. Dazu hatte die Landesregierung im Oktober eine Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem Projekte des Arten- und Lebensraumschutzes sowie spezielle Förderprogramme für bedrohte Arten der Agrarlandschaft.
epd ost bi mg

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