Umwelt
Naturschutzbund meldet neue Wolfssichtung
Jena (epd). Die Ankunft eines zweiten Wolfes in Thüringen hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) vermeldet. Das Tier sei am Morgen des 13. April bei Breitenhain im Saale-Orla-Kreis fotografiert worden, sagte Silvester Tamás von der Landesarbeitsgruppe Wolf beim Nabu Thüringen am Montag in Jena. Dies habe auch das Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland bestätigt.

Der Nabu freue sich sehr über den neuen Nachweis, erklärte Tamás. Thüringen sei offenbar für zuwandernde Wölfe aus den Nachbarbundesländern attraktiv. Für die Weidetierhalter in Thüringen sei es jetzt wichtig, ihren Herdenschutz möglichst zügig auszubauen.

Neben der Optimierung der Weidezäune rät der Nabu auch zum Einsatz von Herdenschutzhunden, vor allem dort, wo Wölfe sesshaft würden. Das Land unterstütze diese Herdenschutzmaßnahmen mit Fördergeldern, welche bisher aber nur im sogenannten Wolfsgebiet beantragt werden könnten. Die Landesregierung müsse aber die Erweiterung der derzeitigen Grenzen des förderfähigen Gebietes mittelfristig auf ganz Thüringen vorbereiten.

Forderungen des Deutschen Jagdverbandes, den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen, erteilte der Nabu eine klare Absage. Die Jagd auf Wölfe könne keinen Herdenschutz ersetzen, sagte Martin Schmidt, der Thüringer Vorsitzende der Umweltschutzorganisation. "Nachhaltige Unterstützung für Weidetierhalter braucht sachorientierte Lösungen für die Betroffenen - keinen stumpfen Aktionismus mittels Blei und Schrot", so Schmidt. Die Thüringer Förderrichtlinie "Wolf" und die geplante Schaf-Ziegen-Prämie, mit der Schäfer zukünftig 25 Euro pro Muttertier und Jahr erhalten sollen, leisten einen echten substanziellen Beitrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Schäfer.

Bisher hat sich eine Wölfin dauerhaft in Thüringen niedergelassen. Sie hatte in den letzten Monaten sechs mit einem Hund gezeugte Mischlinge auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf im Landkreis Gotha großgezogen. Nach der vom Umweltministerium aus Artenschutzgründen verfügten "Entnahme" der Nachkommen wurden drei von ihnen erschossen, ein sogenannter Hybride kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Der Wolf ist auch Thema bei eine Anhörung im Umweltausschuss des Landestages am Mittwoch.

epd ost dl bue