Umwelt
Naturschützer kritisieren A71-Bau
Erfurt (epd). Thüringer Umweltschützer kritisieren die im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn A71 realisierten Naturschutzprojekte. Sie seien nicht geeignet, um die massiven Eingriffe in die Lebensräume auszugleichen, sagte der BUND-Landesgeschäftsführer Burkhard Vogel MDR Thüringen am Dienstag in Erfurt. Vielfach seien die Projekte zu spät umgesetzt worden oder noch immer nicht abgeschlossen, so dass bestimmte Tiere und Pflanzen möglicherweise bereits verschwunden seien. Viele Ausgleichsflächen seien auch nicht unter Naturschutzaspekten ausgewählt worden, sondern seien lediglich "gerade verfügbar gewesen".

Neu gepflanzte Gehölze in Fahrbahnnähe bezeichnete Vogel als "ökologische Fallen". Geschlüpfte Jungvögel landeten oft auf der Straße und würden überfahren. Der Umfang der Ausgleichsmaßnahmen ist aus seiner Sicht zudem zu gering. Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft habe in Naturschutzprojekte im Umfeld der A71 sechs Millionen Euro investiert, berichtete der MDR. Projekte auf knapp 2.700 Hektar seien damit realisiert worden.

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