Umwelt
Nabu: Wieder mehr Wintervögel in Gärten
Berlin (epd). In heimischen Gärten gibt es offenbar wieder mehr Wintervögel. Wie der Naturschutzbund (Nabu) am Dienstag in Berlin mitteilte, wurden bei Deutschlands größter Vogelzählung am Wochenende wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt. Eine erste Zwischenbilanz zeige, dass der vergangene Winter mit den sehr geringen Vogelzahlen offenbar eine Ausnahme war, erklärte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

"Nach den bisherigen Zwischenergebnissen wurden in diesem Jahr knapp 39 Vögel pro Garten gesichtet", sagte Miller. Bei der ersten Zählung 2011 waren es noch 46. Im vergangenen Jahr wurden allerdings nur 34 Vögel pro Garten ermittelt. Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Wintervögel pro Garten im langjährigen Trend leicht rückläufig, so Miller weiter. Der Nabu hatte dazu aufgerufen, zwischen Freitag und Sonntag eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

In diesem Jahr deutet sich ein neuer Teilnehmerrekord an. Bislang hätten sich mehr als 80.000 Menschen mit Sichtungen aus mehr als 50.000 Gärten und Parks gemeldet. Noch bis zum 15. Januar können Zählergebnisse nachgemeldet werden. Die Endauswertung der Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" ist für Ende Januar geplant.

An den bisher erfassten Meldungen zeigten sich Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Vogelarten, hieß es weiter. "Wie im Vorjahr blieben Stare und Heckenbraunellen vermehrt bei uns", sagte Nabu-Vogelschutzexperte Marius Adrion. Auch eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe seien deutlich häufiger gemeldet worden als sonst: "Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern." Zudem seien Meisen, Finken und Eichelhäher aus dem Norden und Osten nach Deutschland gezogen.

Am häufigsten wurde den Angaben zufolge wieder der Haussperling mit im Schnitt 5,7 Exemplaren pro Garten gemeldet. Die Kohlmeise (5,3) habe den Abstand zur Spitze wieder verkleinert. In diesem Jahr ergatterte sie sogar den Titel der am weitesten verbreiteten Art. In 96 Prozent aller Gärten und Parks wurde sie gesichtet und verdrängt damit die Amsel als bisherigen Spitzenreiter, hieß es weiter.

epd ost phi bue